Ep. 16 - Ist dein Image wichtiger als du selbst?

Shownotes

Wie viel Energie kostet es, ein bestimmtes Bild von sich selbst aufrechtzuerhalten?

In dieser Folge sprechen wir über Image, Rollen, Masken und die Erwartungen, denen wir oft unbewusst entsprechen möchten. Warum fällt es uns so schwer, einfach wir selbst zu sein? Welche Schutzmechanismen bauen wir auf? Und was passiert, wenn diese Masken plötzlich fallen?

Eine Einladung, hinter das Bild zu schauen, das wir von uns zeigen – und dem Menschen zu begegnen, der wir wirklich sind.

* Inhalte der Folge*

  • Warum wir ein bestimmtes Image aufrechterhalten
  • Die Angst, den eigenen Ruf zu verlieren
  • Das wahre Selbst, das Ich-Selbst und die Maske
  • Wie Bewertungen unser Leben bestimmen
  • Warum Perfektion nie erreichbar ist
  • Was Krisen mit unseren Masken machen
  • Selbstablehnung erkennen
  • Den Weg zurück zur eigenen Authentizität
  • Warum Freude unser natürlicher Betriebsmodus ist

🎧 Erwähnte bzw. ergänzende Episoden:

Ep. 5 - Sind wir mehr als unser Körper Ep. 8 - Das Ego - Freund oder Feind? Impuls 1 - Aktiviere deinen "Herz-Button"

🙏 Danke

Wenn dir unsere Episode gefallen hat, freuen wir uns über deinen Kommentar und deine Gedanken dazu. Und wenn du glaubst, dass sie auch ein Impuls für andere sein könnte - schick es gerne weiter.

Wir sind auch dankbar, wenn du dir die Zeit nimmst und eine Bewertung hinterlässt.

Gerne kannst du uns deine Themenwünsche bekanntgeben: E-Mail: redmadrueba@gmail.com

Webseite: https://www.andreafichtner.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Weißt, was mir aufgefallen ist, dass eigentlich mein Image, mein Ruf, alles ist, was ich habe. Okay, wäre interessant zu wissen, was du bist, wenn du es nicht hast und wie du das aufrechterhalten musst.

00:00:12: Also reden wir drüber? Machen wir.

00:00:20: Reden wir drüber, den Podcast aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus, ich bin die Andrea. Und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast. Wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden.

00:00:32: Schön, dass du mit dabei bist. Wenn wir über das Leben philosophieren, das Menschsein reflektieren, Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten. Also, reden wir drüber.

00:00:44: Das Image ist ja schon sehr speziell.

00:00:49: Ich würde das Image sogar auch als, man könnte es auch als Ruf bezeichnen, mein Ruf. Ich möchte mir meinen Ruf nicht ruinieren. Sagt man ja auch so gern, dass ich einen guten Ruf habe.

00:01:02: Oder aber dieses Image,

00:01:06: da muss man sich, wär ja schon interessant einmal das Wort anzuschauen. Image ist ja eigentlich das englische Wort auch für Bild. Oder imagination, Vorstellung. Eigentlich ist es was Geistiges.

00:01:22: Einfach eine Idee, ein Bild, eine Vorstellung.

00:01:29: Wenn ich sage, wo sagt man das überall? Das Image ist alles, was ich habe. Das gibt es im Privaten, das gibt es, wenn man selbstständig ist, oder wenn man berühmt ist, bekannt ist.

00:01:45: Auch Firmen, die bauen alles ums Image, unser Image, dürfen wir uns nicht ruinieren lassen. Das dürfen wir uns nicht zusammenhauen, nicht ruinieren. Man muss nach einem gewissen Leitfaden, sag ich jetzt mal unter Anführungszeichen, sein Leben ausrichten, damit ja keiner irgendwas sagen kann, da passt was nicht oder hast schon gehört oder hast schon gesehen.

00:02:09: Sondern es muss alles so Marke "Saubermann", "Sauberfrau" sein, alles perfekt. Das ist schon anstrengend dann, stell ich mir mal vor. Na, erstens anstrengend, weil du hast den, wie du sagst, Leitfaden vielleicht, egal ob es eine Firma ist oder eine Person ist, sei es eine, die in der Öffentlichkeit steht, oder auch letztendlich ganz normal ist.

00:02:34: Man will sich oft irgendwie in ein Bild passen, was die Menschen von uns haben. Genau.

00:02:46: Und das hat mich schon immer wieder...

00:02:50: wobei das habe ich jetzt erst gehört - das Image ist alles, was ich habe. Dann denke ich mir, wow, eigentlich arm, so gesehen. Naja, was mache ich, wenn ich das Image nicht habe?

00:03:03: Was ist das Image? Das ist eben sehr subjektiv eigentlich, ja, letztendlich.

00:03:10: Ein Image kann z.B. jemand sein, der einen Bösewicht "spielt". Das Image will ich mir nicht versauen lassen, weil dadurch habe ich Macht. Also das kann man ja in jede Richtung sehen.

00:03:21: Welches Bild will ich transportieren, wie mich Menschen sehen?

00:03:27: Genau, weil es ist ja ganz oft noch viel wichtiger, wie mich die anderen sehen, als wie ich mich selber sehe. Klar braucht man immer Eigenbild, Fremdbild, dass man das einfach einmal sieht, das ist auch ganz interessant, wenn man wirklich jemand anderen fragt, wie siehst du mich eigentlich?

00:03:43: Genau, ja, aber dann ist es auch wichtig, wen frage ich denn? Der mich bestätigt? Genau, oder wenn dir was wirklich ehrlich ist und dann vielleicht einem das selber gar nicht so schmeckt, was der jetzt sagt, aber ich finde, das ist ja die ehrliche Variante.

00:04:02: Gut, aber ich glaube, es fragt ja nur jemand, wie man mich sieht, wenn man es auch wissen will. Sonst fragt man nicht. Das fragt man nicht, genau. Weil das will man ja gar nicht anfassen, dieses Thema.

00:04:13: Oder wissen ja viele dann gar nicht, dass sie das überhaupt machen. Es gibt ja auch diese unbewussten Menschen, die so ein Image aufrechterhalten.

00:04:25: Und dazu finde ich spannend, kurz einmal einen Ausflug zu machen in diese, ich würde mal sagen, drei Selbste. Ich würde noch mehr kreieren fast, also ich hätte ja die Idee von mehr Selbsten.

00:04:38: Aber die drei Selbste, die kann man recht gut im Überblick behalten, finde ich. Und da habe ich mir gedacht, das würde ich gern so ein bisschen als Wegweiser benennen. Und zwar sind wir ja, grundsätzlich, wenn wir da herkommen auf diese Erde, also das ist unser Funke, unser Seelenfunke oder unsere Seele, die sagt, okay, ich will jetzt auf diese Erde kommen, weil ich das und das lernen will oder was auch immer.

00:05:08: Und dieser Funke, diese Verbindung zu unserem wahren Selbst ist ja im Grund im Herzen. Das ist lokalisiert, sagen wir mal, da, und mir gefällt auch gut im Human Design, sagt man, da ist ja etwa die Lage dieses G-Centers, oder auch Selbst genannt, oder des Gotteszentrums.

00:05:30: Und das finde ich ja echt spannend. Das ist da in der Herzgegend.

00:05:34: Ja, genau.

00:05:36: Das finde ich auch echt spannend. Das ist echt spannend. Und da sind ja all diese Tore drinnen, wo es ja wirklich um diese echte Liebe geht. Also nicht um diese persönliche, körperliche Liebe und all diese Geschichten, sondern um das Echte, wo man auch diese Verbundenheit spürt mit allem.

00:05:54: Verbundenheit aber auch die Liebe zu unserer Verkörperung, zur Menschheit und all diese Geschichten. Aber auch unsere Richtung. Und das finde ich auch spannend, dass da eigentlich alles gespeichert ist, was sich unser Selbst oder unserer Seele vorgenommen hat, auf dieser Erde zu leben.

00:06:09: Nur wir achten auf das nicht. Ja, weil das merkt man ja nicht. So, das heißt, dieses Wahre, dieser Funke, unser echter Funke, unser echtes Selbst, wurde einmal überdeckt mit unserem Ich-Selbst.

00:06:28: Dieses Ich-Selbst ist dann für mich dieses,

00:06:36: man könnte sagen, niederes Selbst sagt man oft, ohne es zu bewerten. Das niedere Selbst ist einfach das, was da überdeckt und sagt, ich bin das,

00:06:45: wo man sich auch Identifikationen aneignet. Und das ist, glaube ich, auch das, wo viele Leute dann immer sagen, ja, so bin ich halt. Zum Beispiel? Das ist ja auch so. Das ist, ja, so bin ich halt.

00:06:58: Das kann man ja nicht ändern, weil das - so bin ich. Ja, und ich kann mich erinnern, das ist lustig, dass du das jetzt sagst, meine Anfänge da vor 30 Jahren, wo ich da so ein paar diese ersten Seminare mitgemacht habe oder so Sachen, wo ich dann auch bei der Vorstellungsrunde, ja, ich bin halt so, Und da hat dann damals der Trainer gesagt, ah so, ja so richtig, aha. Dacht ich mir, was heißt das jetzt?

00:07:23: Aber mittlerweile, ja - was hat er jetzt, das bin ich halt - ja, und das ist wirklich interessant. Und das einmal zu schauen, wer glaube ich, wer ich bin, dass ich sage, so bin ich halt.

00:07:37: Weil das ist ja auch wirklich dann, wer glaube ich eigentlich, der ich bin, wenn ich das sage, so bin ich.

00:07:43: Das ist ja auch mal ganz interessant, das aus der Perspektive anzuschauen. Genau. Und das ist, glaube ich, das, was man oft so auch gelabelt kriegt von, sei es jetzt, wenn man auf die Welt kommt.

00:07:56: Weil, ich weiß noch, mir hat man immer als Kind das Label aufgedrückt, ich bin schüchtern. Ich habe mir immer gedacht, okay, ich bin schüchtern.

00:08:08: Nach all meinen Selbststudien war das nicht schüchtern. So haben mich die anderen, die haben halt das so wahrgenommen, oder haben mich dann in diese Schublade gesteckt, weil das war ihnen bekannt, so kann sich nur jemand aufführen, der schüchtern ist.

00:08:24: Dass aber in mir einfach etwas anderes abgelaufen ist. Da ist immer das Gefühl, was mache ich mit... Also jetzt kann ich es wirklich nachvollziehen. Ich bin gar nicht schüchtern.

00:08:35: Und das ist ja voll interessant, weil als Kind kannst du das ja noch nicht definieren. Und das wird dir aufgedrückt, weil ich kann da nur sagen, bei meinem Enkel, der ist ja als Reflektor jetzt vom Human Design, wenn man das so anschaut, also eine sehr seltene Spezies.

00:08:51: Und da wird auch immer gesagt, er ist so schüchtern, weil er macht da nicht mit oder da nicht mit, wenn irgendwas, wenn die großen Gruppen sind, er zieht sich zurück, macht da nicht mit.

00:09:01: Naja, weil ihm das zu viel ist. Aber er ist nicht schüchtern.

00:09:05: Und das ist ein großer Unterschied. Und das sind dann diese Labels, die wir übernehmen. Aha, ich bin das, ich bin das.

00:09:16: Obwohl wir es gar nicht sind. Und das ist dieses Ich-Selbst.

00:09:21: Und man agiert dann so, weil man das ja schon internalisiert hat. Man hat es ja oft genug gehört. Ja, genau. Und das ist dann natürlich auch diese Bewertungsebene, dieses Ich-Selbst.

00:09:35: Es ist ja sehr mit unserem rationalen Verstand und mit den allen verbunden. Das heißt, ich muss mir irgendwie, ich bin so und der andere ist so, das heißt diese Trennungsebene.

00:09:46: Oder ich bin besser, der andere ist schlechter, oder wie kann ich besser sein, und all diese Sachen, ja. Das ist ja auch dieser Wettbewerb, dieses Wettbewerbsorientierte oft.

00:10:00: Genau. Dass das aus so einem Antrieb kommt. Genau. Und da ist aber, das kann man natürlich, also in diesem Ich-Selbst ist natürlich auch alles dieses, das niedere Selbst, da sind auch diese emotionalen Sachen drinnen meistens.

00:10:22: In meinem Fall, wenn man das wieder nimmt, das ist ja dann auch das Nicht-Selbst, wo ich zum Beispiel schnell in die Wut komme. Mittlerweile weiß ich, okay, das ist einfach mein Nicht-Selbst, ich bin ein Wutmensch, also sehr emotional, aber das ist so eine innere Wut.

00:10:40: Und ich kann mich noch erinnern, ich habe lange daran gearbeitet, ich denke mir, ich muss mit dem was tun, ich muss daran arbeiten, weil das ist ja echt schlimm. Ich meine wirklich, nicht nur, dass ich anderen vielleicht, ich habe die Wut ausgelassen bei anderen, wenn sie einem Tier weh getan haben oder wenn ich gesehen habe, aber natürlich, um das dann irgendwann nicht mehr bei anderen auszulassen, geht das in sich selbst, gegen sich selbst.

00:11:05: Ja, wirklich, weil das raus muss. Also nicht raus muss, aber weil ich keine Kanalisierung hatte dafür. Und darum, ich finde mittlerweile, und nicht nur bei so Wutgeschichten, sondern auch als Kind, ich glaube, ich hätte wirklich gerne einen Boxsack gehabt als Kind.

00:11:25: Das wäre jetzt gerade mein Vorschlag gewesen, bitte leg dir einen Boxsack zu. Oder irgend so was.

00:11:33: Wirklich, weil die Energie so stark ist.

00:11:38: Und das ist jetzt nicht nur Wut, bei anderen gibt es einfach eine gewisse Trauer, oder ein Gier, oder eine Neid. Also all diese Geschichten, die einem dann leiten, wo sowas hochkommt, Eifersucht.

00:11:55: Also all diese starken Emotionen, die einen treiben. Und da habe ich lange Zeit mal gedacht, wie kann ich das auflösen?

00:12:06: Und erst durch die Ausbildung des Human Design habe ich mir gedacht, okay, Moment,

00:12:13: das ist nicht als schlecht zu bezeichnen. Das ist das Wichtige. Es wird ja all diese Sachen als schlecht bezeichnet. Ja, natürlich, weil so hat man ja nicht zu sein. Genau, ja.

00:12:27: Oder ich meine, was, ja, ist ja Schwachsinn. Und das heißt, erst zu erkennen, Moment, das ist natürlich mein niederes Selbst, das ist mein Nicht-Selbst, das kommt halt hoch, aber wie kann ich es nutzen, diese Energie?

00:12:42: Und ich habe auch erkannt, dass diese Wutenergie oftmals auch hochkommt, nicht nur, wenn mich irgendetwas ärgert, wenn ich sehe, was Unfaires oder so, dass ich oftmals innerlich so irgendwas hochkomme, da ist irgendwas, da passt was nicht, im Außen, wenn ich was beobachte.

00:13:02: Also es ist auch wie ein Signal. Also, wie kann man diese Sachen dann nutzen, ohne dass man in die Zerstörung geht? Das ist ja oft dieses niedere Selbst. Und dann, das finde ich ja spannend, wenn man das dann anschaut, um zu diesem Image zu kommen,

00:13:24: dass wir wie eine Schutzschicht darüber legen, über dieses ganze Gebilde.

00:13:31: Also wir legen erstens einmal über unser wahres Selbst die Schicht unseres Ich-Selbst, wo man, aha, das bin ich, aha, das bin ich, das bin ich nicht, all diese Labels,

00:13:45: und dann legt man sich diese Schutzschicht drüber auf die Art, und das ist so dieses idealisierte Selbst, und ich würde jetzt auch das Image, da würde ich das Image hineingeben.

00:13:56: Oder ich würde es auch nennen, das Masken-Selbst.

00:14:00: Wir legen uns eine Maske zu, wie man denn sein sollte, um hier erstens anerkannt zu werden, der Gutmensch zu sein. Oder ich bin jetzt erfolgreich, ich muss jetzt einfach schauen, dass ich mein Image erhalte.

00:14:16: Also wie muss ich sein? Genau, weil da hat man ja oft auch eine gewisse Vorstellung, wie erfolgreiche Menschen sich benehmen, wie sie sich kleiden, wie man zu sein hat, weil sonst passt das ja nicht zusammen.

00:14:30: Genau.

00:14:32: Da muss man echt darauf achten, dass man diesen Ruf nicht schädigt. Oder ich bin doch so ein spiritueller Mensch.

00:14:43: Da habe ich auch dann meine Leitlinien, meine Agenda, meine Regeln. Genau, weil da muss man sich ja auch auf gewisse Art und Weise kleiden, man darf das nicht, man darf vielleicht keinen Alkohol trinken, man darf nicht rauchen, das geht ja auch gar nicht, weil man ist ja spirituell, wie passt denn das zusammen?

00:15:01: Und das habe ich immer schon viel schräg gefunden, weil das hat doch nichts mit Spiritualität zu tun. Ja, genau. Und das sind diese Bilder, dieses Image, was wir aufrechterhalten wollen.

00:15:14: Oder diese, ich muss gut sein, ich muss freundlich sein, ich muss immer lächeln.

00:15:22: Oder diese moralischen Geschichten, denen man treu sein muss. Und das finde ich auch oft so lustig, wenn sich so Gesellschaften bilden, welchen Leitlinien du da folgen musst.

00:15:40: Das heißt, du musst das aufrechterhalten, dieses Image. Oder ich gehöre doch halt jetzt dazu, also muss ich mich auch so geben, dass das passt. Das fängt beim Äußeren an, das geht aber ins Innere, oder je nachdem.

00:15:55: Das ist eine Wechselwirkung, meiner Meinung nach.

00:16:00: Und da sage ich immer, wenn ich diese Schutzschicht mir bilde, mit diesem Wie-ich-sein-sollte, oder was ich glaube, Wie-ich-sein-sollte, dass ich erstens dazugehöre, dass ich gesehen werde, dass ich...

00:16:11: Ach, ich bin doch diese Brave.Mir haben sie immer gesagt, du warst immer brav. Du warst die Bravste.

00:16:18: Ich glaube, das würden sie jetzt nicht mehr sagen. Aber wer ist brav? Und vor allem, wer sagt das, wie ein braver Mensch zu sein oder zu leben hat? Genau, diese Richtlinien.

00:16:32: Und dann sage ich, okay gut, dann hast du diese Maske. Und dann mit dieser Maske hast du auch eben diese Ansprüche, diese Forderungen, die erstens von außen dann reinkommen, aber auch von dir selber.

00:16:47: Und da fängt es ja, ich muss nicht einmal jetzt dem entsprechen, oder ja schon die gesellschaftlichen Regeln, wie halt jetzt, was jetzt modern ist, was man anzieht, wie man ausschauen soll, was ist in, was ist die Mode, das sind ja die typischen Modeerscheinungen, dann alles.

00:17:06: Man muss irgendwie dazugehören.

00:17:10: Und wie man eigentlich, schlank muss man sein, so muss man sein. Und in dem Moment, wo ich anfange, mir da eine Maske anzulegen, ein Image zuzulegen,

00:17:21: eine ideale Vorstellung von mir selbst, bin ich in der Selbstablehnung. Und das ist so arg. Das ist ein ganz guter Punkt, aber weil, wenn ich mich selber so annehme, wie ich bin, dann brauche ich das Drumherum ja gar nicht.

00:17:40: Genau. Und das zu erkennen, glaube ich, das macht schon frei.

00:17:48: Ja, aber wie kannst du überhaupt das erkennen, wenn du da drinsteckst? Weißt du, was ich für mich auch erfahren habe, wenn ich das so beobachte bei anderen oder auch im Gespräch mit anderen, dass oftmals Masken heruntergerissen werden, wenn man in eine schwere Krankheit kommt,

00:18:10: wenn man in eine schwere Krise kommt, wenn einem irgendetwas passiert. Weil da wird einem oft die Maske heruntergerissen.

00:18:22: Und das kann natürlich ein Schock sein, ein Schreck sein, ein wirklich in die Krise fallen sein. Wenn du plötzlich, wenn dir das einfach alles heruntergerissen wird.

00:18:36: Und darum finde ich irgendwo natürlich leichter, wenn man dem Ganzen selber auf den Grund geht. Weil das ist ja total, wie du, glaube ich, eh auch gesagt hast, total anstrengend, das aufrechtzuerhalten.

00:18:48: Natürlich, weil du musst ja ständig, sobald du außer Haus gehst, und ich glaube, dass bei manchen Menschen das vielleicht sogar, dass die das sogar daheim für sich alleine so leben noch.

00:19:00: Glaubst? Damit sie gar nicht aus... Nein, ich weiß es nicht, das ist jetzt nur eine Vermutung. Dass sie gar nicht aus dieser Rolle mehr heraus können.

00:19:08: Die sie ständig spielen.

00:19:13: Naja, das wäre jetzt die Frage.

00:19:16: Denn die Frage wäre, wer bist du, wenn du alleine bist?

00:19:21: Genau. Ja,

00:19:25: und kann natürlich sein, wenn man da schon so stark drin ist in dieser Rolle,

00:19:30: dass man da gar nicht mehr rauskommt, das ist klar. Aber die Frage ist, bin ich denn bereit? Und eben zu unserem Selbst gehört ja, dass wir,

00:19:44: ja, siehst du, da fällt mir das Bild, was ich gerade vorher gemalt habe von dem Selbst. Das finde ich spannend, wenn man von diesem Idealisierten spricht. Wie scheinheilig sind.

00:19:54: Naja, aber im Endeffekt ist es ja auch eine Scheinheiligkeit, weil es nicht echt ist. Es ist nicht echt. Es ist nicht echt. Ja, und darum, wenn man durch diese Schicht, also von dieser Masken-Selbst, von dieser Schutzschicht, von diesem idealisierten Selbst durchgeht, durchwandert und schaut, da muss man ja zuerst zu diesem Ich-Selbst kommen.

00:20:24: Auch dieses Ich-Selbst mit dem Label. Und das will man ja mit der Schutzschicht auch überdünken. Weil wenn zu mir einer sagt, du bist hässlich, oder wenn man selber zu sich sagt, das gefällt mir nicht an mir, meine Haare sind nicht schön, und schau mein Busen, oder all diese Geschichten, mein Hintern, also irgendwas muss ich machen lassen.

00:20:45: Die vermischen sich gern dieses Ich-Selbst mit dem idealisierten Selbst.

00:20:50: Und dadurch lehne ich immer, egal wann ich was an mir zu verbessern meine, lehne ich mich so wie ich bin ab. Ja klar, weil das ist ja zu wenig. Zu wenig, zu schlecht, was auch immer.

00:21:05: Es passt nicht zu dem idealisierten Selbst, nur das Problem ist, dass du dem dann nie entsprechen wirst. Das ist ein Krux. Du kannst dem Ideal nie entsprechen, weil du das immer dann drüber setzt.

00:21:19: Ja, weil dann kommt das Nächste und das Nächste. Genau. Das ist ein Teufelskreis. Das ist ein Teufelskreis. Das ist ja auch, wenn du anfängst mit Schönheitsoperationen, das hört man ja voll oft, dass die dann oft die Frauen oder auch Männer mittlerweile, schon viele Männer, nicht mehr aufhören können.

00:21:36: Und das vielleicht noch und das noch und die Nase zu groß, das Ohr zu groß und was auch immer.

00:21:42: Plötzlich haben wir dann, haben wir eh schon einmal gesprochen in einem Podcast über das Thema, aber das fällt da auch wieder rein. Das fällt genauso rein.

00:21:52: Und in dem Moment, wo ich sage, ich kann nicht mehr oder weil dir von irgendeinem Geschehen von außen diese Maske runtergerissen wird, dann gehst du natürlich in die Dunkelheit,

00:22:07: fällst einmal ins Loch, was auch immer, in den Abgrund,

00:22:16: um überhaupt den Weg frei zu machen zu deinem wahren Selbst. Das passiert ja auch oft nicht von ungefähr.

00:22:24: Warum passiert oft solches, wo dann die Maske fällt?

00:22:28: Und ich glaube auch letztendlich, und ich sage immer, diese Wahrheit, es kommt immer irgendwie ans Licht.

00:22:35: Wenn man es lange genug mit Lügen überdeckt, mit dem, was man auch schön hält, mit Wattebäuschen, irgendwann löst sich das auf. Und wenn man das lang genug macht, natürlich wird es umso schrecklicher, die Wahrheit.

00:22:47: Kann natürlich sein. Wenn man von Anfang an gar nicht auf diese nette, schöne Illusion oder Imagination einfällt, dieses Bild, wenn man das eh weiß, ok, das ist eine Blase, das ist ein Ding, dann fällt man vielleicht weicher.

00:23:06: Weißt du, was ich meine? So stell ich mir das vor. Ich stelle mir das immer bildlich vor, solche Sachen. Das ist ein total gutes Bild, weil da kann man wirklich was anfangen damit.

00:23:16: Und darum ist es dann so wichtig, wenn ich sage, okay, ich will da raus aus dieser Anstrengung.

00:23:29: Wer bin ich denn wirklich hinter diesem Bild?

00:23:34: Weil da brauche ich dann keine Anstrengung. Da kann ich sein, wer ich bin. Wer ich wirklich bin. Wer ich wirklich bin, genau. Und dazu gehört aber, dass ich alles von mir, nämlich auch, wenn ich diese Schicht von dem Image aus reingehe, gehe ich einmal durch dieses Ich-Selbst, das Ich-Selbst, was in der Trennung ist, was etwas als schlecht bewertet, was etwas als gut bewertet auch und so weiter.

00:23:59: Und wo ich mich selbst auch als schlecht bewerte und wo ich in diese Emotionen komme. Denn wenn ich auch diesem Image selbst, diesem Masken-Selbst nicht entspreche, was ich ja nie tue, weil das ist, wie gesagt, der Teufelskreislauf, fühle ich mich ja erstens auch immer schuldig.

00:24:15: Ich schäme mich, wenn ich dem einmal nicht entspreche. Das sind all diese Themen, wo ich mich wieder fertig mache. Ja, und vor allem, was das für ein unfassbarer Aufwand ist.

00:24:24: Allein, wenn ich dir jetzt so zuhöre, wie du das so schön erklärst.

00:24:29: Das ist ja massig anstrengend, das ist ja irre, wenn ich immer schauen muss, sobald ich mit irgendjemandem zusammenkomme, dass ich das aufrechterhalte und dass mich ja jeder als Nette, Liebe, was auch immer, sieht.

00:24:44: Also das ist ja ein ständiger Kampf auch. Ja, genau. Gegen mich selber kämpfe. Warum gibt es so viele Autoimmunerkrankungen? Ja. Das ist ein Kampf gegen mich selbst. Ja.

00:24:57: Also das wundert mich nicht, ganz ehrlich. Wir kämpfen immer gegen uns selbst.

00:25:05: Und dann eben kommen diese Schuldgefühle, Schamgefühle, wenn ich dem gerade einmal nicht entspreche.

00:25:15: Und das ... Da kommt mir das dann auch so herein ... was denken sich denn dann die Leute von mir? Jetzt habe ich das, oh mein Gott, ich kann ja gar nichts mehr, ich kann nicht einmal mehr einkaufen gehen, ich traue mich nicht einmal noch zur Mülltonne, in etwa, weil könnt mich irgendwer sehen, der was da dabei war, wo ich vielleicht nicht so diese perfekte, supertaffe Geschäftsfrau oder was auch immer gerade war, weil ich da einmal mich gezeigt habe.

00:25:44: Das ist eigentlich irgendwo auch sehr traurig. Naja, aber wie gesagt, es ist jemand, der das so sieht, und ich denke mir das oft. Ich merke immer, wenn jemand so Gestiken macht oder so spricht, wo ich merke, das ist nicht echt.

00:26:02: Und immer so so ein Lächeln und so freundlich, das ist nicht echt. Und ich glaube, wenn wir alle ehrlich sind, das spürt man. Das spürt man, ja.

00:26:14: Ich habe da auch so einen Namen für gewisse Personen, diese Grinsekatzen, wo man merkt,

00:26:24: da schrillen bei mir wirklich Alarmglocken, dieses "Vorsicht", da stimmt was nicht, das ist nicht echt. Und ganz oft ist mir schon passiert, ich bin ja manchmal viel zu blauäugig und halte immer nur das Gute in jedem Menschen.

00:26:41: Ist einfach so. Ich bin schon so oft damit auf die Schnauze gefallen.

00:26:47: Du kannst nicht immer an jeden alles glauben und vertrauen und sagen ... ja, ich bin halt so.

00:26:54: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschheit einfach so schlecht sein kann. Das existiert für mich nicht. Aber diese Grinsekatzen, da merkt man dann oft wirklich diese Falschheit.

00:27:04: Und je mehr Bewusstseinsarbeit ich gemacht habe und je tiefer ich mich mit dem beschäftige, umso früher fällt mir das auf, wo ich mir denk - oha,

00:27:13: Vorsicht. Ja, oder einfach nicht Vorsicht, sondern einfach bemerken und fertig ist. Gar nicht bemerken, weil es ist so, ich bemerke es für mich und weiß, ich bin und muss nicht darauf einsteigen

00:27:28: oder was auch immer. Und darum meine ich, wenn man sagt, okay, es reicht, es tut schon so weh, oder eben durch Krankheiten oder sonstiges, ich glaube, dann ist der Zeitpunkt da, wo man sagen kann, okay, wer bin ich denn wirklich?

00:27:42: Und da braucht es in diesem Abstieg, also nicht Abstieg,

00:27:48: diesen, es ist gar kein Abstieg. Nein, es ist dieser Blick. Es ist ein Durchgehen. Ich gehe durch und schaue mir das an, dieses Ich-Selbst, wo ich mich fertig mache, wo all diese Sachen drinnen sind, die mir nicht gefallen an mir.

00:28:04: Das einmal wirklich anzuschauen. Dem so, dieser Fratze, nicht diesem schönen Bild, sondern dieser Fratze entgegenzusehen, die ich ablehne in mir.

00:28:15: Ja, weil im Grunde ist vielleicht genau dieser Teil in uns selbst, der, der ja endlich von uns angenommen werden will.

00:28:27: Weil wir sind, und das meine ich dann mit diesem Selbst, wo wir da sind, dieses wahre Selbst, wo wir eigentlich erstens mit dem Herzen verbunden sind, aber auch mit dieser Einheit verbunden sind, also diese Verbindung wieder spüren, dass wir erstens einmal nicht getrennt voneinander sind, getrennt von gar nichts sind.

00:28:52: Und in diesem Selbst gibt es auch keine Bewertung. Heißt nicht, dass wir nicht in Bewertungen fallen, ich denke mir auch oft, Gott im Himmel. Und das geht nicht, wir sind einfach da, um das zu lernen.

00:29:06: Und der Weg dorthin führt durch einmal diese Ehrlichkeit zu sich selbst, diese auch anzunehmen, anzunehmen heißt nicht, dass ich, oh Gott, ich bin jetzt nur das, nein, es heißt, ich sehe das und das gehört auch zu mir oder habe ich übernommen, völlig egal, es kann ja sein, dass ich das gar nicht bin, ich das nur als Wiederholungstäter von irgendjemandem übernommen habe, sag ich jetzt einmal, weil ich glaube, ich muss auch so sein, wie vielleicht von der Familie oder wo ich halt was übernommen habe, irgendein Thema.

00:29:43: Ja, und wir haben alle irgendwas von der Familie oder auch Freundeskreis zum Teil, von der Gesellschaft, das ist normal, das gehört auch irgendwo dazu jetzt. Ja, ja, und da braucht es dieses neutrale Beobachten, das Beobachten von auch uns selbst.

00:29:58: Ich muss dann das nicht einmal, dieses typische Loslassen, immer dieses Loslassen. Das Loslassen ist so,

00:30:07: was weggeben, nein, ich brauche es nur anschauen

00:30:11: und kann es natürlich freigeben. Aber freigeben heißt, es darf da sein und je nachdem, nutze ich es, übernehme ich es für mich oder ist es für mich nicht förderlich. Genau.

00:30:25: Und für mich ist das immer, und du kennst das sicher, ich habe in meinen Kursen immer gesagt, unser Betriebsmodus ist Freude.

00:30:36: Das ist unser Herz, die Freude. Und an dem können wir es auch festmachen, im Grunde unser Leben, egal was wir tun, was wir sagen, wie wir agieren.

00:30:48: Und wir haben einfach diese Apps alle draufgeladen. All diese Programme, wo wir nicht mehr wissen, was ist unser Betriebsmodus überhaupt. Wir haben nur mehr die App und die App und so funktionieren wir und das nutzen wir für das und so sind wir da.

00:31:03: Und schon haben wir dieses "huch" - Bild von uns.

00:31:08: Man sagt zwar immer schon, ja, das freut eh, aber wo sagen wir das nur, weil wir das nicht anschauen wollen, was uns weh tut, was uns eigentlich zum echten Selbst, zur echten Freude bringen könnte.

00:31:24: Ja,

00:31:27: und das ist einfach wirklich so dieses Hinschauen, was ich da auch ganz gerne sage, wenn solche Sachen hochkommen, das wirklich einfach mit, ah, interessant, cool, ist auch ein Teil von mir.

00:31:41: Und das nicht zu bewerten. Nicht zu bewerten.

00:31:45: Das ist auch eine Übungsgeschichte, dass man sich dann nicht selber gleich wieder klein macht, sondern wirklich dieses Wort, einfach nur das "Ah, interessant". Hm, ok.

00:31:58: Ja.

00:32:01: Lassen wir diese Freude jetzt durchdringen. Ja, ich glaube auch, das ist ein total schönes Schlusswort, dieses

00:32:08: Betriebssystem "Freude". Oder vielleicht zu meiner "Herz-Button"-Übung. Ja, sehr empfehlenswert, bitte hört euch die an, die ist so wunderschön. Macht echt... Macht echt Freude.

00:32:24: Ja, vielen Dank, liebe Renate, vielen Dank fürs Zuhören an alle. Ich danke dir, liebe Andrea, und ich hoffe, wir haben jetzt ein bisschen was über dieses Image, dass das nicht alles ist, was man hat, euch näher bringen konnten.

00:32:39: Also ich bin draufgekommen, es ist nicht alles, was ich habe. Es ist mehr. Ich habe mehr.

00:32:46: Dann vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ja, tschüss, baba, servus. Danke.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.