Ep. 17 - Geboren mit einer Identität - ist sie wirklich deine?
Shownotes
Fußball-WM, Nationalität, Vereine, Marken oder Statussymbole – wir identifizieren uns täglich mit unzähligen Dingen. Doch was davon beschreibt wirklich uns selbst?
Wir kommen auf die Welt und bekommen sofort Labels: einen Namen, eine Nationalität, eine Sprache, eine Kultur, eine Religion oder ein Geschlecht. Doch keines davon beantwortet die eigentliche Frage: Wer bin ich wirklich?
In dieser Episode sprechen wir darüber, warum Zugehörigkeit zwar menschlich ist, wir uns aber oft über Rollen, Herkunft oder äußere Merkmale definieren. Anhand der Fußball-WM werfen wir einen Blick darauf, wie Identifikationen entstehen, warum sie trennen können und weshalb unser wahrer Wert weit über jedes Label hinausgeht.
Eine Einladung, den eigenen Identifikationen bewusst zu begegnen – und sich selbst jenseits aller Rollen neu zu entdecken.
✨ Inhalte der Folge
- Warum Fußball mehr über uns zeigt als nur ein Spiel
- Womit wir uns unbewusst identifizieren
- Zugehörigkeit oder Abhängigkeit?
- Warum Statussymbole unseren Selbstwert nicht bestimmen
- Die feine Grenze zwischen Gemeinschaft und Trennung
- Respekt gegenüber anderen Kulturen ohne Selbstverlust
- Wer bist du ohne Rollen, Labels und Zugehörigkeiten?
- Wie du deinen eigenen Wert wieder in dir selbst findest
🙏 Danke
Wenn dir unsere Episode gefallen hat, freuen wir uns über deinen Kommentar und deine Gedanken dazu. Und wenn du glaubst, dass sie auch ein Impuls für andere sein könnte - schick es gerne weiter.
Wir sind auch dankbar, wenn du dir die Zeit nimmst und eine Bewertung hinterlässt.
Gerne kannst du uns deine Themenwünsche bekanntgeben: E-Mail: redmadrueba@gmail.com
Webseite: https://www.andreafichtner.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Jetzt ist gerade die Fußball-WM und es ist so cool, ich fieber da mit, also ich freue mich schon jeden Tag auf die Spiele am Abend. Wie geht es denn dir da? Oh Gott, ok, sehr interessant, weil ich bin da eher zweigespalten mit der Sache.
00:00:15: Natürlich frage ich dann nach, wie es ausgegangen ist. Irgendwo ist dann trotzdem, wie hat Österreich gespielt oder wer ist jetzt noch weiter und wer fliegt heim und solche Sachen.
00:00:23: Aber letztendlich zeigt es wiederum total stark, welche Identifikationen auf der Welt vorhanden sind, was da so rauskommt, was da emotional auch hoch ploppt. Und das ist das Thema, wo ich immer sage, mit was identifizieren wir uns, wo wir uns selber dann gar nicht wissen, wer sind wir selber?
00:00:51: Ja, interessanter Aspekt. Voll cool. Ich würd sagen, da reden wir jetzt drüber.
00:01:01: Reden wir drüber. Den Podcast aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus. Ich bin die Andrea. Und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast. Wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden.
00:01:13: Schön, dass du mit dabei bist. Wenn wir übers Leben philosophieren, das Menschsein reflektieren, Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten. Also reden wir drüber.
00:01:25: Ja, weißt du, warum ich dem Ganzen ein bisschen zweigespalten entgegenblicke? Weil gerade bei solchen Mannschaftsspielen wie halt jetzt diese Fußball-WM oder ja, wo das so sichtbar wird, was für Hype da gemacht wird,
00:01:40: das sieht man hauptsächlich eben bei so Mannschaftssportarten und wo dann wirklich Land gegen Land, ja. Und wer gewinnt, zu wem halte ich? Und wenn dann auch Fremde nicht zu meinem Land gehören und spielen, ok, wer ist mir jetzt lieber?
00:01:54: Und da sehe ich schon so dieses, wo mag ich wen weniger, oder das Land? Weißt du, wo gehe ich da auf eine Seite, wo schaffe ich da eine Trennung? Und das ist für mich so stark sichtbar.
00:02:09: Es wird leider, ja viele können sagen, ja es ist ja nur ein Spiel. Ist es nur ein Spiel? Weil wie oft sagen wir, naja, ich helfe schon zu denen, die sind besser. Das ist so ein Trennungsgedanke, wo ich sage,
00:02:25: wo kann man sich noch da herausnehmen, aus dieser wirklichen Kampfesenergie?
00:02:35: Wo kann ich sehen, okay, es ist ein Spiel, finde ich toll, die haben auch super gespielt, zum Beispiel. Aber wenn ich dann schon sage, und da gehe ich auch jetzt ins Kleine oftmals, bei den Einzelnen, auch in Österreich, bei den ganzen Fußballmannschaften, wenn einer sagt, was bist denn du?
00:02:54: Austrianer oder Rapidler? Ich bin Rapidler. Bist du nicht? Verstehst du, was ich meine? Ich verstehe total, ich weiß nicht, die Leute identifizieren sich einfach mit dem Verein.
00:03:06: Aber ich glaube schon, glaubst du das nicht auch, Andrea, dass es einfach Menschen gibt, die das brauchen? Ja, aber was heißt brauchen? Naja, weil sie sich sonst alleine fühlen.
00:03:17: Ich bin ja trotzdem alleine, ich gehör ja nicht zur Mannschaft dazu. Ja, aber du siehst es so, vielleicht sehen die das nicht so, vielleicht sehen die das wirklich als Teil ihrer Familie vielleicht sogar.
00:03:29: Das ist aber ein guter Punkt, weil alle Rapidler wahrscheinlich sind. Aber das ist das Nächste, diese Identifikation dann.
00:03:38: Ich meine, jetzt schweifen wir ab von dem, wo wir ausgegangen sind, aber es ist wurscht, es stülpt sich ja über alles drüber. Weil wenn ich jetzt Familie sage, dann bin ich ja genau auch dort, sei es jetzt in welchem Land bin ich geboren.
00:03:52: Klar, ich fühle mich auch meinem Land, meiner Stadt irgendwo zugehörig. Lange Zeit war ich auch stolz, Wienerin zu sein. Mittlerweile, weiß ich nicht, schwankt dieser Stolz ein bisschen.
00:04:06: Ich glaube, da bist du nicht allein. Und es geht nicht nur um die Wiener, sondern ich würde sagen, ganz Österreich ist momentan vielleicht nicht mehr so stolz, wie wir schon mal waren, Österreicher zu sein.
00:04:16: Eine andere Geschichte.
00:04:21: Und das sind auch so diese Identifikationen, oder? Und ich habe erst gelesen, und es ist wirklich spannend, wir kommen auf diese Welt und kriegen sofort einmal die ganzen Stempeln.
00:04:33: Österreicherin, Sprache, Kultur, Religion vielleicht, klar, wenn du getauft wirst, hast du eine Religion, die habe ich mir zum Beispiel gar nicht ausgesucht.
00:04:45: Ja, zum Beispiel. Darübergestülpt eigentlich. Ja, das meinen dann die Eltern, jetzt müssen wir sie taufen und du bist
00:04:53: der Religion angehörig. Entschuldige, wir sind die Religion. Das ist wieder das. Also ich war auch getauft, aber nur, ich habe es mittlerweile, ich habe mich in Frage gestellt, wo tue ich abstempeln, wer was ist.
00:05:09: Und wir halten an dem so fest. Klar, es gibt uns einen gewissen Rahmen und eine Sicherheit, wo zugehörig zu sein, wo du sagst. Aber wo nutz ich es, um eben gegen etwas anderes oder jemand anderen zu sein.
00:05:32: Ich frage jetzt einfach nur, auch mit der Polarität, dafür und dagegen, gehört das nicht auch irgendwie zur Polarität? Nein, dafür und dagegen, das ist eigentlich das Duale, wo wir sagen, weil da geht es ja um eine Bewertung, ich bin dagegen.
00:05:53: Stimmt, ja. Wo bewerte ich was, warum ich gegen was bin? Ja,
00:05:59: ich muss jetzt ganz ehrlich kurz noch einmal zurück auf die WM, weil mein lieber Mann und ich, wir schauen wirklich gerne und es macht uns Spaß. Natürlich helfen wir auch zu einer Mannschaft und für mich war es total schwer jetzt das Österreichspiel, weil ich liebe die Spanier. Und ich liebe die Österreicher natürlich, also jetzt unter Anführungszeichen alles, so zu wem helfe ich?
00:06:23: Natürlich zu den Österreichern. Grundsätzlich bin ich so, die bessere Mannschaft soll gewinnen, Punkt. Und es hat sich gezeigt, die Österreicher haben gekämpft und dings und wir sind auch da gesessen und mit Fahnen und weiß der Kuckuck und haben das einfach wirklich, haben gesagt, ja, wir haben das zwar nur zu Hause gemacht, für uns, im kleinen Rahmen aber trotzdem.
00:06:45: Was ich teilweise auch infrage stelle, wenn gewisse Mannschaften, die als Favoriten irgendwo gesehen werden und dann plötzlich diese Leistung nicht abrufen können und man hört dann oder hat im Vorfeld schon gelesen, dass das Land, für das sie spielen, ich nenne jetzt keine Namen, ich glaube gewisse Zuhörer kennen sich dann aus, wen ich meine. Wo die zu dem Public Viewing aufgerufen werden, ohne Fahnen zu kommen und nicht in den Farben des Landes und hin und her.
00:07:19: Dann muss ich mich fragen, warum sollten dann elf Menschen, die da am Spielfeld laufen, das schaffen, wenn Millionen das nicht einmal nach außen präsentieren dürfen? Und da ist für mich eine ganz starke Trennung drinnen.
00:07:36: Wie siehst du das? Weil die identifizieren sich ja, die Fans, mit ihren Mannschaften, und die wollen zu ihnen helfen, die wollen in dem Outfit und mit Fahnen für das Land fiebern.
00:07:49: Ja klar, man gibt ja dann auch Kraft dem Ganzen. Man füttert ja ein gewisses Feld. Ja genau. Und wenn du dann hörst, ihr dürft das nicht, ihr werdet eigentlich zurückgehalten, sage ich jetzt einmal, das wird abgedreht.
00:08:04: Aber weißt du, was der Grund war? Ich habe das nicht gewusst. Weißt du, was der Grund war?
00:08:12: Nein, das kann ich dir nicht sagen. Ich glaube, dass das eh nicht alle eingehalten haben. Aber es wurde halt darauf hingewiesen, also in gewissen Biergärten oder so, oder bei so Sachen, dass sie ohne Fahnen und Dings kommen sollen.
00:08:24: Wo ich mir denk, was macht das für einen Sinn? Das macht es ja aus.
00:08:29: Also meiner Meinung nach.
00:08:33: Es gibt eben gewisse Länder, die was, ja weiß ich nicht, was dann tatsächlich dahinter steckt, aber dann frage ich mich schon, wie sollen die dann die Leistung abrufen können, wenn sie merken, das hat ja jeder mitgekriegt, das Land selber verbietet sogar die Fahnen zu schwenken für die Mannschaft.
00:08:53: Also das ist schon unglaublich, wie gesagt, die Info hatte ich nicht. Ja,
00:08:59: man weiß nicht, was dahintersteckt, natürlich, wir wissen vieles ja nicht, was oft hinter so Beschlüssen steht.
00:09:07: Es ist halt, wie gesagt, es ist zweischneidig das Ganze, sowieso. Weil wir wissen selbst, und ich habe das oft schon gehört, wenn wo so Spiele sind, und sei es auch nur inländische zwei unterschiedliche Clubs, die gegeneinander spielen.
00:09:26: Was es oft für Ausschreitungen unter den Fans gibt. Ja, das finde ich auch immer ganz, ganz schlimm, weil ich mir denke, ihr seids nicht die Mannschaft, ihr seids nicht das, feierst die und das ist auch okay.
00:09:41: Aber ja, einmal gewinnt der, einmal gewinnt der. Für niemanden wird der Tag anders. Ich sage immer ... mein Tag wird nicht anders, ob Österreich gewinnt oder Spanien gewinnt oder Portugal oder wie auch immer.
00:09:53: Deswegen ändert sich mein Tag oder mein nächster Tag oder mein Leben nicht. Ja, aber das weißt du. Aber der andere, wo du vorher gesagt hast, man will wo dazugehören. Wenn man dann da dabei ist und meint, ich bin ja das, was ja nicht stimmt, ich bin jetzt einfach nur ein Fan, mir gefallen sie und ich finde es cool, da sind wir wieder bei dem, wo hab ich selber keinen Eigenwert und identifiziere mich über etwas anderes.
00:10:22: Das heißt, wenn die jetzt geschlagen werden von anderen im Kampf, dann werde ich auch geschlagen.
00:10:29: Könnte ich mir vorstellen, wenn ich mich damit identifiziere, weil ich meinen Eigenwert gar nicht habe.
00:10:37: Weil genau das mir... Ich weiß, was du jetzt sagst. Dann habe ich ja auch verloren. Wenn ich zu denen helfe, jetzt habe ich auch was verloren. Ja, du weißt, was ich meine. Das ist oft eine ganz dünne Grenze.
00:10:57: Das ist schon krass. So habe ich das noch nie gesehen. Weil ich wahrscheinlich auch anders ticke. Weil ich ticke, wie ich ticke. Ich bin auch bei einem Tennisspiel. Egal, wir schauen relativ viel Sport, weil mein Mann das liebt, das Formel 1, das MotoGP.
00:11:16: Und man hat halt so seine Favorites. Natürlich freu ich mich, wenn die gewinnen. Aber ich sag auch jedes mal, ich freu mich grundsätzlich für jeden Einzelnen, weil die Leistung, was die abrufen können, das fasziniert mich so.
00:11:29: Ich gönn's jedem. Ja, aber noch einmal. Noch einmal, das bist du. Das bin ich, ja. Und darum ist es für mich oft so unbegreiflich auch, dass sich Menschen mit sowas so massiv identifizieren, dass die weinen und am Boden zerstört sind.
00:11:47: Ja, aber schau mal, auch Konzerte an, die Groupies, wie die weinen, schreien, fallen in Ohnmacht. Man identifiziert sich mit dem so dermaßen, weil man selbst sein eigenes Selbst nicht wirklich aufgebaut hat.
00:12:09: Man ist nicht stabil in sich selbst. Man sucht wie Anker im Außen,
00:12:17: wo ich mich einklinken kann. Und wenn ich das jetzt alles bin, schau einmal die Statussymbole. Statussymbole sind ja auch so geschnitten.
00:12:28: Also, ich bin Audi-Fahrer. Ich BMW. Ich bin BMW.
00:12:35: Verstehst? Das sind alles, wir hypen Dinge, geben da auch natürlich denen das Geld, weil die werden ja reich, aber ich gehöre zu dieser Marke.
00:12:45: Ist ja auch nix anderes. Ist auch nix anderes, ja. Ich gehöre jetzt, ich kann mir das leisten, oder ich mache das. Identifiziere mich damit, weil das bin ich. Es tut deinen äußeren Wert, also du schmückst dich mit fremden Federn im Grunde, zahlst noch viel Geld dafür, aber wer bist du?
00:13:06: Ja.
00:13:09: Wenn du das alles nicht hast, wenn dir diese ganzen Klimperchen... Wenn dir das wegfällt, ja. Wer bist du? Ich möchte einfach gerne wieder in dieses Selbst kommen, weil ich weiß, wir sind in dieser Zeitperiode, und die fängt erst an, die wird immer intensiver, wo wir lernen müssen, auf uns selbst zu kommen.
00:13:32: Ja. Das heißt nicht, das hat nichts mit dem Ego zu tun. Überhaupt nicht. Nein, nein, das ist schon klar. Das ist ja im Grunde das Selbst, das ist ja was anderes als das Ich.
00:13:44: Haben wir eh beim letzten Mal geredet. Ja, das ist komplett was anderes. Wenn ich jetzt da, ich bin BMW-Fahrer, ich gehöre da dazu, dann ist das das Ich. Das ist so ein Egomuster.
00:13:58: Ich verurteile es nicht. Das ist legitim. Soll jeder machen was er will.
00:14:03: Es geht einfach nur zu hinterfragen, wer bin ich wirklich? Wer bin ich selbst? Wo brauche ich manche Dinge?
00:14:14: Ich glaube, ich bin wertvoller, wenn ich die habe. Zum Beispiel. Ja, auch wenn ich es mir leisten könnte. Aber ich sage mal, wenn ich das Geld hätte,
00:14:25: ich hätte so viele Projekte, die ich gerne umsetzen würde.
00:14:31: Da will ich nicht denen, die eh schon urreich sind, noch das Geld in den Rachen schieben. Sag ich jetzt einmal. Weißt du, was ich meine?
00:14:41: Und wenn wir schon beim Auto sind, ich finde es auch immer so lustig ... fragt man ja oft selber, wenn man das beobachtet, wenn man jetzt fortgeht, man trifft sich mit Leuten, und wir fahren mit dem Auto hin, es fragt dich keiner ... wo hast du dein Auto geparkt? Nein! Wo stehst du denn?
00:14:58: Ja, stimmt, ja. Ja, da stehe ich, vor dir. Ja genau. Wo stehst du? Ich stehe da.
00:15:07: Aber das Auto... Ja,
00:15:11: das ist spannend. Ich habe noch gar nicht so nachgedacht über das, aber das hört man sehr oft. Und wo stehst du? Oder wo stehts ihr?
00:15:21: So dass man wirklich sagt ... wo habt ihr euer Auto geparkt? Oder wo parkst du? Du parkst gar nirgends. Aber klar, man könnte natürlich wieder sagen, ja, das sagt man halt so. Wir haben eben schon darüber geredet, über die Floskeln, was man oft so sagt. Aber einmal anfangen, das nur zu hinterfragen, nur ein bisschen anzuschauen, wo wir uns hingeredet haben oft.
00:15:50: In welcher Energie.
00:15:52: Wo wir Wertigkeiten sehen. Weißt du, das ist das, was ich… Ja, ich habe jetzt wirklich dieses, wo stehst du denn?
00:16:04: Weil wenn ich dann sage, ja, ich habe dahinter, weiß ich nicht, in der nächsten Kurve und auf dem großen Parkplatz da, da stehe ich.
00:16:14: Bin ich dann wirklich jetzt da mit meiner Energie? Wenn ich schon sage, ich stehe dort, das ist nämlich auch… wäre auch mal da reinzuspüren. Ich muss sagen, ich habe noch nie darüber nachgedacht, aber das macht jetzt für mich selber einen Raum auf, wo ich mir denke, da muss ich direkt einmal aufpassen, das nächste Mal, wenn ich in so einer Situation bin.
00:16:36: Aber wie gesagt, für mich ist es oftmals nur zu schauen,
00:16:41: welche Wertigkeiten geben wir was,
00:16:45: dieses Wertigkeitsding.
00:16:47: Und das ist lustig. Jetzt fällt es mir ein, genau, es ist ja glaube ich jetzt im astrologischen, also vom Kosmischen her, der Chiron in den Stier. Genau. Finde ich auch spannend.
00:17:00: Werte. Finde ich spannend, Werte.
00:17:03: Selbstwert, Werte, Besitz, Materie, all diese Geschichten. Und der Chiron ist ja der verwundete Heiler. Das heißt, da ist ein Schmerz, und auf den wird jetzt gedrückt. Ja,
00:17:18: so richtig noch einmal, damit dieser Schmerz wie hoch kommen kann, um die Wunde mal anzusehen. Das heißt, wir können es nicht heilen, weil wir sind in der Materie, wir sind auf dieser Erde.
00:17:30: Aber wie gehen wir damit um?
00:17:33: Wie können wir diesen Schmerz auch nutzen?
00:17:37: Ja, so gesehen. Ja, weil im Endeffekt ist das ja auch Energie, die ich dann wieder für etwas anderes nutzen kann. Zum Beispiel, genau. Ja, wie geh ich um damit. Genau. Aber ich möchte noch einmal kurz das, weil wir da eingangs ja, war das ja diese Ländergeschichte.
00:17:51: Und das ist ja eigentlich im Großen, im Kollektiv und im Globalen ja schon immer ein Thema. Ich meine, wie gesagt, auf der einen Seite haben wir die Mannschaften von jedem Land irgendwo dabei und auf der anderen Seite haben wir den Krieg Land gegen Land.
00:18:08: Oder überhaupt dann diese,
00:18:12: wenn wir jetzt schon sagen, in jedem Land haben wir mittlerweile natürlich, man sagt halt Ausländer, aber es kommen welche, vielleicht auch mal Flüchtlinge gewesen, oder die sind schon zweite, dritte Generation mittlerweile.
00:18:27: Wo es dann natürlich sehr viele Konflikte gibt. Konflikt ist aber nochmal was anderes. Das ist kein Krieg. Konflikt gehört dazu. Erst wenn ich Konflikte sehe, wie kann ich es befrieden im Grunde?
00:18:41: Was kann ich daraus lernen? Wie kann ich das verändern? Wie kann ich es ...
00:18:47: ein sowohl als auch, wie kann man das schauen? Und nicht dann gegen etwas zu sein, wo man wieder gegen etwas ist oder nur für das, wo ich die einen fördere und die anderen diskriminiere, aber auch im Umgekehrten. Weil mittlerweile fühlt sich ja der eigene Landsmann diskriminiert ... also und das sind ja sehr gefährliche Grenzen auch, die da sehr zu einer Trennung führen oder vielleicht die Menschen dazu geführt werden, weil Trennung schwächt.
00:19:18: Schwächt auch das Land. Ja ... also wo agiert man da? Das sind wieder eigene Geschichten. Und ich habe aber erst einmal so einen Ausspruch gehört, und den finde ich echt gut.
00:19:30: Und zwar, wenn jemand zum Beispiel in ein anderes Land geht.
00:19:37: Und ich kann das ja selbst sagen, ich habe ja auch meine Sachen gepackt und bin nach Ägypten gegangen. In ein komplett anderes Land, komplett andere Kultur, wenn wir jetzt sagen, auch Religion, völlig
00:19:50: fast konträr zu unserem österreichischen.
00:19:55: Aber ich habe es gemacht. Das war einfach ein innerer Impuls.
00:20:01: Und es gibt eben, habe ich das einmal gehört, diesen Spruch - du kannst ein Mädchen aus dem Land bekommen, aber das Land nicht aus dem Mädchen oder aus dem Menschen. Also du kannst einen Menschen aus dem Land bekommen, aber das Land nicht aus dem Menschen.
00:20:19: Ich kann es nur aus eigener Erfahrung sagen, das ist richtig. Ich habe, als ich die fünf Jahre in Ägypten gelebt habe, ich habe mir dann, was ich mir zu Hause oft nicht angehört habe, klassische Musik angehört.
00:20:31: Wobei das gibt es dort auch, ich war auch dort in der Oper.
00:20:34: Aber ich habe mich so auch mit den österreichischen Sachen trotzdem auch verbunden. Ich war trotzdem irgendwo Österreicherin, Wienerin,
00:20:44: habe aber das Ägyptische nicht abgelehnt. Im Gegenteil, sonst wäre ich ja gar nicht hingegangen. Klar, das hätt ja nicht gepasst. Weil ich kann ja nicht da hingehen und es ablehnen.
00:20:55: Sagen ... ihr müsst jetzt so sein wie wir in Österreich. Genau. Das heißt, ich habe geschaut, was ist hier kulturell wichtig,
00:21:07: gesellschaftsmäßig wichtig, wie man sich verhält.
00:21:11: Heißt dann nicht, dass ich mich selbst nicht achte. Nein, ich respektiere deren Geschichten. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, genau. Ja, denn als ich auch das Restaurant gehabt habe damals, wo die Touristen auch hinkamen, und da kam eine Frau, die setzte sich in das Restaurant.
00:21:27: Okay, das Restaurant war nicht ein typisches Restaurant. Du hast draußen beim Strand so auf so Pölster gesessen, gleich beim Wasser und so, einfach gemütlich. Aber es war trotzdem ein Lokal.
00:21:39: Zum Konsumieren und alles. Und das war eine Frau, die hat sich hingesetzt, oben ohne.
00:21:46: Die hat sich dort tatsächlich oben ohne hingesetzt. Und ich habe mir gedacht, das glaube ich jetzt nicht. Weil wenn ich in ein Land fahre, auch in Urlaub, schau ich mir vorher an, was sind denn dort gewisse gesellschaftliche Regeln.
00:22:01: Das gehört einfach dazu, das ist so. Das ist ein Respekt,
00:22:07: Achtsamkeit und fertig. Und dann bin ich hingegangen, habe mit ihr gesprochen, ich weiß gar nicht mehr, woher sie kam, das ist auch völlig egal, und habe ihr erklärt,
00:22:18: dass das hier nicht, eigentlich ist es ja gar nicht erlaubt. Und zweitens, es geht um Respekt von dem, wie man da sozusagen miteinander lebt. Und sie hat sich auch wirklich gleich entschuldigt, sagt, ja, Entschuldigung, und hat sich dann natürlich bedeckt.
00:22:40: Aber das meine ich,
00:22:42: diesen Respekt zu haben.
00:22:45: Ich muss mein eigenes nicht verleugnen, aber wenn ich in einem anderen Land bin, wie kann ich mich respektvoll da begeben und nicht meine Kultur denen aufzwingen. Genau, oder die dann selber leben.
00:23:06: Denn das ist die Gefahr. Wenn man in sich, ok, ich kann, meine Kultur, die nehme ich mit in mir, die ist da, kein Thema.
00:23:17: Und wo halte ich aber an etwas so fest, so fest, dass ich es weiterlebe, weil ich bin das ja.
00:23:28: Das bin ich aber in Echtheit nicht. Es ist einfach nur ein Label, das ist wie ein Gewand. Mein Gewand ist österreichisch, oder ich ziehe meinen österreichischen Mantel um oder so, aber was ist, wenn ich den dort nicht ausziehe und einfach so weiter agiere, egal woher ich komme.
00:23:46: Und das sind diese Identifikationen, weil ich selbst in mir keinen Wert sehe, dass ich trotz meines eigenen Wertes auch dessen Wert einfach nur respektiere. Ja,
00:24:01: es ergibt absolut Sinn. Ich habe mir das schon oft gedacht, weil wenn ich jetzt auf Urlaub bin, egal in was für einem Land, ich passe, was heißt anpassen, aus Respekt mache ich das, wie sie dort leben, wie man sich kleidet und alles.
00:24:20: Ich fliege jetzt auch nicht nach, weiß ich nicht, Dubai oder Abu Dhabi oder wo, und gehe mit super kurzen Minirock und bauchfrei und nur so. Macht man nicht.
00:24:30: Das ist nicht in Ordnung. Ich würde es auch bei uns nicht machen, abgesehen davon. Weil ich schon zu alt bin.
00:24:36: Aber ich hätte es auch als Junge nicht gemacht, weil es gibt einfach gewisse Richtlinien. Da denke ich mir, weil da wird immer so geschimpft, ja und da muss man sich auch wenn man in eine Moschee geht, verhüllen und hin und her.
00:24:46: Ich sage, ich geh ja in den Petersdom, kannst auch nicht mit dem Minirock oder mit dem Bikini-Oberteil hinein gehen. Gut, das weiß ich nicht, geh ich sowieso nicht. Nein, ich sag nur, aber ...
00:24:52: da gibt es auch Kleidungsvorschriften. Das ist ja nicht nur so, dass es nur in gewissen Ländern gibt, sondern gibt es ja da genauso. Und ich glaube, das ist schon ein Respekt vor der Kultur, vor dem Land, vor den Menschen, dass man sich da einfach...
00:25:09: Da will ich natürlich jetzt nicht alles gutheißen, was in manchen Ländern für Vorschriften sind. Ja, das hat damit nichts zu tun. Nein, um das geht es gar nicht. Mit dem hat es auch nichts zu tun, dass man das alles so akzeptiert, dass das so in Ordnung ist.
00:25:22: Nein, nein, es geht einfach bei gewissen Sachen, dass man einfach respektvoll schaut, okay, ich bin jetzt Gast in dem Land oder ich habe dieses Land gewählt, um dort zu wohnen, dann muss ich mich halt an gewisse Richtlinien halten.
00:25:36: Genau, dieses Miteinanders, ja. Aber ich glaube, wie gesagt, ich glaube, das kann man wirklich, das ist mir jetzt durch unser Gespräch nochmal so klar geworden, wenn man den Eigenwert kennt.
00:25:47: Aber wenn man seine ID ist, man sagt ja oft, zeig mir deine ID, deine Karte. Wer bist du? Das ist einfach nur mein Stempel, das sagt halt das Land, das Gesetz, das bin ich, oder die Religion.
00:26:03: Aber wo nehmen wir das als uns selbst her?
00:26:08: Ich glaube, da ist es wichtig, zu hinterfragen. Entschuldige. Nein, weil
00:26:13: du gesagt hast - ID.
00:26:17: Identifikationsnummer. Ja, genau.
00:26:20: Genau.
00:26:23: Wir sind eine Nummer. Im Grunde sind wir alle eine Nummer. Das ist schon auch krass. Absolut. Mit welcher Nummer identifiziere ich mich? Naja, welche Dinge stehen da drunter?
00:26:36: Das, das, das. Aber wer ist eigentlich mein Selbst? Genau.
00:26:42: Und da werden wir noch immer so reden, weil das ist ein Thema. Das wird nicht von jetzt auf dann mit dem Schalter erledigt sein. Aber wir können anfangen, das bei uns selbst zu hinterfragen.
00:26:54: Bei allen Themen. Heißt nicht, dass ich dann was, wie du jetzt mit den Spielen, nicht sein darf. Genau. Kann ich wieder ich selbst ... und trotzdem bei mir bleiben. Genau.
00:27:08: Und da gibt es sicher viele Beispiele, wo man das einfach einmal so anschauen oder hinterfragen kann. Wie agiere ich gerade in gewissen Situationen? Ja, und wie gesagt, mit was identifiziere ich mich?
00:27:22: Es ist, wie gesagt, das Ego, der Verstand, der etwas braucht, um einen Rahmen zu haben. Einfach wie so ein Detektor einmal schauen, ah, ok, warte, ja, was ist mir wichtig, um zu sein, der ich glaube, sein zu müssen oder zu wollen, und wer bin ich eigentlich wirklich?
00:27:40: Ja, das ist ein spannendes Thema. Das war jetzt ein ganz tolles Gespräch und sehr wertvolle Inhalte, glaube, sind da dabei.
00:27:52: Ja, vielen Dank, liebe Renate. Ja, vielen Dank auch dir Andrea und auch unseren Zuhörern. Habt viel Spaß dabei und beobachtet euch einmal selber, mit was identifizierts euch ihr? Und wie fühlt es euch ihr?
00:28:08: Wie geht es euch da dabei, das einmal zu hinterfragen? Na ja, dann würde ich sagen, bis zum nächsten Mal. Tschüss. Tschüss, Baba, Servus.
Neuer Kommentar