Ep. 18 - Erwartungen: Zwischen Kontrolle und Vertrauen

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das uns alle begleitet: Erwartungen.

Ob in Beziehungen, in der Familie, im Beruf oder an uns selbst – Erwartungen erzeugen oft Druck, Enttäuschung und das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Warum erwarten wir überhaupt etwas von anderen? Weshalb entstehen dadurch Konflikte und Leid? Und wie können wir lernen, Erwartungen loszulassen?

Wir sprechen darüber, wie Erwartungen unser Nervensystem belasten, warum sie uns aus dem Hier und Jetzt holen und weshalb wahre Freiheit dort beginnt, wo wir aufhören, das Leben kontrollieren zu wollen.

Eine Einladung zur Selbstreflexion und zu mehr Leichtigkeit im Alltag.

Inhalte der Folge:

  • Warum Erwartungen überhaupt entstehen
  • Erwartungen an Partner, Familie und Freunde
  • Wie Erwartungen Druck erzeugen
  • Warum Enttäuschung meist eine gescheiterte Erwartung ist
  • Erwartungen an sich selbst erkennen
  • Das Beispiel Kinder und Schulnoten
  • Erwartungen und Selbstwert
  • Grenzen setzen ohne Schuldgefühle
  • Mehr Freiheit durch Loslassen

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Webseite: https://www.andreafichtner.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Thema, mit dem wir immer wieder konfrontiert werden, was man immer selber bei sich auch beobachten kann, wenn man sich selbst reflektiert oder wenn man das von anderen in Gesprächen hört, ist eine Sache, und zwar Erwartungen.

00:00:17: Ja, das ist ganz interessant, weil wir haben ständig irgendwo Erwartungen oder andere erwarten was von uns. Müssen wir die wirklich erfüllen? Genau und was steckt dahinter, hinter den Erwartungen?

00:00:32: Warum haben wir Erwartungen?

00:00:34: Und aber auch, wie können uns Erwartungen denn eigentlich auch schaden und blockieren? Wo es eigentlich komplett nach hinten losgeht, das ganze. Ja, also ich würde sagen, da reden wir jetzt drüber.

00:00:49: Absolut.

00:00:54: Reden wir drüber. Dein Podcast. Aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus. Ich bin die Andrea. Und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast. Wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden.

00:01:06: Schön, dass du mit dabei bist. Wenn wir übers Leben philosophieren. Das Menschsein reflektieren. Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten. Also. Reden wir drüber.

00:01:19: Ja, diese Aussprüche, was es so gibt. Na ja, von dir würd ich das erwarten, von einer Freundin erwarte ich das oder von meinem Kind erwarte ich das. Das sind eigentlich Sätze, die sind absolut fast normal, oder?

00:01:36: Ja, die hört man ständig im täglichen Leben, sag ich mal oder im zwischenmenschlichen Bereich - "aber das hätte ich mir jetzt schon von dir erwartet". Ja, aber was bringt dir das? Du kannst das ja nicht wissen, wie das Gegenüber reagiert oder was das macht.

00:01:54: Wie geh ich um, mit diesen Erwartungen. Die Frage ist,

00:01:59: wann habe ich eine Erwartung? Oft ist ja auch die Erwartung, wenn ich jemandem etwas schenke, schenke ich das mit einer Erwartung? Erwarte ich mir dann irgendwo vielleicht eine Gegenhandlung oder vielleicht irgendwann, ich tu halt jetzt schon mal was schenken oder was geben, weil irgendwann erwarte ich mir vielleicht dann den Ausgleich.

00:02:27: Also das ist ein super, super Beispiel Andrea, weil das ist ja ganz oft so - naja, ich habe ja zum Geburtstag von der Freundin oder von...das bekommen. Jetzt muss ich natürlich im gleichen Wert was zurück schenken, weil das wird ja von mir erwartet.

00:02:45: Genau. Und ich sage immer, das kommt aber dann nicht, dann habe ich nicht aus dem Herzen geschenkt, Weil wenn ich jemandem aus dem Herzen was gebe, dann erwarte ich mir nix retour.

00:02:55: Ich mache das von mir, weil es mir Freude macht. Aber ich habe nicht die Erwartung, dass das retour kommen muss. Die habe ich nicht. Okay, aber was hat der, der was beschenkt wird?

00:03:07: Genau, und der hat dann oft die Erwartung, jetzt muss ich da auch wieder was zurückgeben. Und ich habe das früher auch wirklich immer so gehandhabt.

00:03:17: Weil, naja, das macht man ja so. Ich kann ja dann nicht irgendetwas weniger retour geben. Oder der glaubt, dass der andere das erwartet. Ja. Also es schwingt immer dieses Geben, Nehmen im Ausgleich mit, oder?

00:03:33: Bei Erwartungen auch.

00:03:36: Und das ist schon irgendwie krass, weil das macht ja auch was mit uns. Das setzt uns ja auf eine gewisse Art und Weise unter Druck. Absolut.

00:03:47: Wie können wir das handeln? Was hast du da für eine Idee? Naja, der Druck ist schon mal da, dass man natürlich ...

00:03:56: erstens geht es auf unser Nervensystem. Jeder Druck. Und Druck entsteht auch durch Widerstand. Wo bin ich auch im Widerstand? Also immer wieder dieses -

00:04:12: ich erwarte mir das, oder der andere erwartet vielleicht von mir - stehe ich unter Druck,

00:04:20: und einen Druck will keiner haben. Also bin ich schon mal im Widerstand, was tut das mit unserem Nervensystem? Und im Grunde ist das trotzdem eine Kopfgeschichte letztendlich.

00:04:33: Denn wenn wir in unserem Herz sind, wie du gesagt hast, wenn ich vom Herzen etwas schenke, oder wenn ich einfach bei mir bin und bleibe,

00:04:47: dann schwingt das gar nicht mit. Weil was heißt denn das "Erwartung"? Er- und Warten. Ich warte auf etwas, wo versuche ich oder versucht jemand anderer, aber gehen wir mal von sich aus, wo bin ich in einer Erwartungshaltung, dass etwas passiert.

00:05:04: Das heißt, ich versuche im Grunde mit dem mentalen Erwarten, etwas zu kontrollieren, was ich aber nicht kontrollieren kann. Ja, weil das funktioniert ja nicht. Das funktioniert nie.

00:05:16: Weil ich weiß nicht, wie jeder andere. Das würde voraussetzen, dass ich weiß, wie jeder agiert, wie jeder funktioniert, wie alles funktioniert. Und eigentlich nicht nur Menschen.

00:05:30: Wenn ich sage, ich kaufe mir jetzt ein tolles Gerät, hat diese Marke, erwarte ich mir, dass das einfach pipifein funktioniert. Ich kann aber einen Fehler haben. Es kann so ein, wie sagt man, so ein Montagsgerät sein.

00:05:44: Oder ein Montagsauto. Ich habe wieder so ein richtiges Montagsauto gekriegt.

00:05:53: Es können, gerade auch bei Geräten zum Beispiel, es können technische Fehler passieren, wenn ich nicht die Erwartung habe, dass das tadellos funktioniert. Aber die hat man, glaube ich, irgendwie automatisch.

00:06:04: Oder jetzt habe ich so viel Geld dafür bezahlt. Das funktioniert nicht. Das kann es wohl nicht sein. Was passiert dann? Dann ärgern wir uns? Dann gehen wir in Rage? Naja, es ist so.

00:06:15: Und dann auch, wie du sagst, erstens sind sie es bei den Menschen, es sind bei Dingen, bei Geräten, aber es sind es dann auch, wenn ich jetzt in das Restaurant gehe, erwarte ich mir das und das.

00:06:26: Es schwingt immer irgendwo etwas mit, was aber nicht im Hier und Jetzt ist, sondern ich erwarte eigentlich, dass es einfach gut ist. Weil das hat ja einen Namen. Aber wer hat dem den Namen gegeben oder den Ruf?

00:06:43: Wir machen uns was vor. Wirklich, wir machen uns etwas vor. Wir machen uns ein Bild, eine Vorstellung, eine Illusion,

00:06:54: und dann werden wir, wenn die Erwartungen, die unser Bild kreiert, unsere Vorstellung, wenn die nicht eintrifft, werden wir enttäuscht. Genau. Und das ist ja wirklich ... schon länger her, Geburtstagsfeier, wo man gesagt hat, das wird sicher super lustig und dings.

00:07:18: Also da haben wir schon diese Erwartungshaltung gehabt, das muss, da passt alles von hin und her. Und ganz ehrlich, wenn wir gesagt haben danach, haben wir uns angeschaut, naja, da haben wir uns mehr erwartet, dass das lustiger gewesen wäre.

00:07:31: Und seitdem das war, egal wo wir hingehen oder was, sagen wir auch schon im Vorfeld - wir haben keine Erwartungen und gar nichts. Es wird, wie es wird. Und bis jetzt ist es immer so gewesen, dass wir gesagt haben -

00:07:44: "Boah, das war aber gescheit lustig". Ja, ja, genau. Keine Erwartungshaltung. Genau. Und das macht einfach so viel mit einem.

00:07:54: Für mich ist das auch eine Art von Freiheit.

00:07:58: Genau. Ich lasse mich ein drauf, wie es wird, so wird es. Wie es ist, so ist es. Ich kann ja auch, wenn ich keine Erwartungen habe, ich kann nicht enttäuscht werden. Das ist ja oft gerade auch in Familien, die Eltern haben die Erwartungen an die Kinder, dass wenn irgendwas ist, gesundheitlich, dass die immer zur Verfügung stehen, dass sie sich kümmern.

00:08:20: Ich sage immer, ich habe für das keine Kinder in die Welt gesetzt.

00:08:26: Da hat ja jeder wieder sein eigenes Konstrukt aufgebaut. Seine eigenen Regeln, seine eigenen, wie "man" unter Anführungszeichen sich verhält und was man erwarten darf. Aber wie gesagt, in diesem Erwarten ist einfach ein Warten auf etwas, was einfach im Jetzt nicht ist, sondern in der Zukunft.

00:08:51: Das heißt, ich bin sowieso immer, ich bin auch gar nicht erstens bei mir. Ich lehne wieder den Jetzt-Zustand ab, also ich lehne einfach das, wo ich gerade bin, ab, diese Situation.

00:09:05: Weil ich mir was erwarte. Das heißt, ich bin eigentlich mit meiner Vorstellung wieder woanders. Weg vom Jetzt.

00:09:15: Und grundsätzlich schwäche ich mich dadurch ja auch. Dann bin ich wieder enttäuscht. Warum passiert das immer mir? Und ich habe mir ja erwartet. Und jetzt hat das nicht funktioniert.

00:09:27: Das hat nicht hingehaut. Da bin ich wieder so das arme Hascherl, sage ich jetzt einmal, weil das passiert ja immer mir. Naja, aber wenn du keine Erwartungen hast,

00:09:36: dann… Genau, du sagst gerade was Wichtiges. Das ist auch so eine Sache. Wo habe ich eine Erwartung an mich selbst? Und wenn irgendwas nicht klappt, wenn ich versage bei irgendwas,

00:09:58: dann ist das nicht mein Scheitern, es ist eben eine scheiternde Erwartung. Und in so einem Fall finde ich einfach, kann man, wenn man gerade bei sich selbst dieses Versagen, weil wie gesagt, Versagen tust du nur, wenn du vorher eine Erwartung gehabt hast, wie es sein sollte.

00:10:28: Also bist du enttäuscht und gleichzeitig nicht nur enttäuscht, sondern du hast das Gefühl, du bist gescheitert. Statt das anzusehen, okay, da war ein Fehler,

00:10:42: aber es war kein Scheitern.

00:10:45: Dass man das wirklich als Anregung nimmt, okay, das hat so jetzt nicht funktioniert, hm, was ist möglich, dass es funktioniert? Wie kann ich es anders noch einmal anschauen?

00:10:55: Aus einer anderen Perspektive, jetzt mit einem Schritt weiter hinten vielleicht. Und das ist ja nichts Dramatisches. Da gefällt mir der Spruch immer so, ich glaube, wir haben den eh schon einmal gesagt -

00:11:09: "hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen". Das gehört zum Leben dazu, das ist wichtig, weil wenn kleine Kinder, wenn sie das Laufen lernen, die Erwartung hätten, sie können sich aufziehen und gehen jetzt los, fallen hin, okay, das funktioniert nicht, ich habe mir das anders erwartet, also mache ich es gar nicht mehr.

00:11:33: Da könnten wir alle nicht laufen. Ich habe genau an das selbe Beispiel gerade gedacht.

00:11:41: Aber da sieht man, wo die Enttäuschung oder wo diese Erwartung entsteht, in unserem rationalen Verstand. Weil als Kind hast du das noch nicht. Da denkst du nicht drüber nach.

00:11:53: Du tust du einfach. Du bist in diesem spielerischen, kreativen, schöpferischen Modus. Da denkst du nicht nach, das könnte jetzt in die Hose gehen oder so. Du tust. Oder auch wenn du dann hinfällst.

00:12:07: Fällst du hin. Okay.

00:12:10: Aber unser rationaler Verstand, der sich ja mit dem Erwachsensein, der ja so trainiert wird, wo wir uns dann nur mehr auf das verlassen, der tut uns nämlich, und durch diese ganzen Benotungen, Bestrafungen, Belohnungen, und schon sind wir wieder in dem Bewerten, das heißt, wenn etwas nicht funktioniert ... oder Zeugnisse, jetzt haben wir ja gerade das Zeugnis gehabt, das passt ja auch da rein. Kinder, die halt keine gute Note vielleicht, was heißt gute Note?

00:12:39: Das Benotungssystem finde ich ja äußerst destruktiv. Und allein da, ich hätte mir schon erwartet, dass du da auf jeden Fall maximal einen 2er drin hast. Was macht das für einen Druck?

00:12:56: Das Kind fühlt sich, es ist gescheitert.

00:13:00: Allein was das tut mit jemandem. Du machst dich ständig runter. Du lehnst dich ständig ab, du machst dich schlecht, du machst dich dumm oder du bewertest dich als dumm oder ich schaff was nicht, weil alles dann auf etwas festgemacht wird, wo man gescheitert ist, wenn man eigentlich da besser sein sollte.

00:13:24: Besser sein hätte sollen, ja.

00:13:26: Und das passt alles da rein. Das ist nämlich jetzt ein super Beispiel, weil am Montag habe ich ja immer meine Enkelkinder und die Große, die geht in die erste Mittelschule.

00:13:37: Bei uns gibt es ja das Zeugnis erst jetzt, wir sind ja eine Woche nach den Wienern.

00:13:43: Und da haben wir irgendwie so gesprochen und so, und da hat sie von einer Freundin erzählt. Ja, aber die hat ja schon ein bisschen ein besseres Zeugnis als wie sie und so.

00:13:53: Sag ich, ja, das ist ja doch ganz egal, weil wichtig ist, dass ihr durchkommts und was da für Noten drinnen stehen, das interessiert irgendwann keinen Menschen mehr. Also unser Schulsystem funktioniert halt so.

00:14:06: Und sie sagt dann zu mir was, und das hat mich echt... Sie sagt, ja, aber ihre Eltern erwarten das auch.

00:14:17: So fängt es an. Im Grunde fängt es an, dass man von Kindheit an mit den Erwartungen der Eltern oder der Erwachsenen sozusagen begleitet und programmiert wird.

00:14:33: Ja, da fängt es an. Und das ist schon extrem, weil irgendwie, das verankert sich ja so extrem in uns, wenn wir das immer schon von Kind her - das erwarte ich mir jetzt schon von dir, du machst das jetzt, weil das erwarten ich mir.

00:14:46: Also das ist voll krass. Ja, und auch wieder dieses - ich gebe dir doch das, also erwarte ich mir, dass du dich entsprechend verhältst. Wieder dieser Handel.

00:14:59: Da hat nichts was mit einer Herzverbindung zu tun, das ist einfach ein Handel. Ich erwarte mir das, darum kriegst du das. Wieder diese Belohn- und Bestrafungsgeschichten, aber darum wird das da mit reingepackt.

00:15:12: Weil wenn du ein gutes Zeugnis hast, dann kriegst du entweder ein Geld oder ein Geschenk oder sonst irgendwas. Das ist ja auch schon wieder alles so. Es wird alles genau dahingetrieben.

00:15:24: Dass wir gar nicht mehr lernen oder spüren, was natürlich ist für uns, was sich natürlich anfühlt. Und ich glaube, das ist eine gute Sache, was mir da gerade einfällt, wie man sich selbst reflektieren kann bezüglich Erwartungen.

00:15:41: Wenn ich jetzt spüre, ich habe an irgendetwas, egal, an irgendetwas, an irgendjemanden eine Erwartung, eine innerliche, dass ich mich frage - Moment, wer in mir ist das?

00:15:55: Wen höre ich da gerade reden? Welche Stimme ist das? Das ist super.

00:16:04: Das kann man wirklich machen, vor allem wenn man darüber nachdenkt und sich mit dem ein bisschen auseinandersetzt, dann hat man sich auch viel schneller. Und dann wieder ins Herz gehen und sagen, okay, pass auf, den Herzbutton drücken - Moment,

00:16:20: in der Verbundenheit, aus der Sicht der Seele, wie würde ich das dann sehen?

00:16:30: Aus meiner Verbundenheit, aus meinem Herzenfunken, aus meinem Seelenfunken - wie sehe ich das dann? Und dann merke ich einfach, was für ein Brainfuck das oft ist, der uns ständig unter Druck setzt.

00:16:44: Ja. Oder wo wir andere unter Druck setzen. Auch. Und dann kommt ja das Unausgesprochene. Das ist meistens unausgesprochen. Man sagt es ja oft nicht. Ja, Kinder, Eltern, da wird das oft auch ausgesprochen.

00:16:57: Das erwart ich mir von dir. Vielleicht auch unter Partnerschaften. Ja, das erwarte ich mir von einer Partnerschaft. Wie gesagt, ich kann nichts erwarten, weil dann warte ich auf irgendwas, was ich aber nicht unter Kontrolle habe.

00:17:08: Genau.

00:17:11: Und wie viel rennt unausgesprochen?

00:17:16: Genau, es geht ja nicht nur um das, was man ausspricht, und oft spricht man es auch nicht aus. Auch in der Familie wird es oft nicht ausgesprochen. Aber es schwingt mit, man spürt die Energie.

00:17:28: Und je mehr verbunden man mit jemandem ist, umso mehr spürt man die Energie. Und ich weiß nicht, wie es euch da geht. Ich merke halt, in letzter Zeit spürt man das noch viel öfter.

00:17:39: Wir werden auch feinfühliger und wir spüren das viel schneller, dass da irgendwas dahinter steht noch. So oft sind es eben Erwartungen. Genau. Und man darf dann auch schon reden.

00:17:52: Das ist auch eine gute Sache, dass man reinspürt. Wenn man jetzt meint - boah, okay, der andere erwartet vielleicht etwas von mir -

00:18:00: innerlich fängt wieder erstens ein Widerstand an, also Druck, Nervensystem, Stress, Druck, Widerstand, also da tut sich ja was im Körper.

00:18:12: Jetzt sind wir schon unter Druck, einfach kollektiv durch alle möglichen Sachen. Jetzt kommen dann diese unausgesprochenen Geschichten, die da herankommen. Und wenn wir das aber spüren, auch sich zu hinterfragen - okay, Moment, was ist davon jetzt meins?

00:18:30: Weil oftmals, oder nicht nur, dass ich sage, ich habe die gleiche Erwartung, das kann sein, aber das sind immer zwei Seiten, es kann sein, dass es auch meine Erwartung vielleicht innerlich wäre, muss nicht das gleiche Thema sein, aber dass ich auch so Erwartungshaltungen in mir trage oder dass ich merke, okay, da hat jemand vielleicht Erwartungen an mich.

00:18:51: Ich darf jetzt lernen, Grenzen zu setzen.

00:18:55: Genau. Ganz wichtig. Und ganz ein wichtiger Punkt. Super, danke, dass du das ansprichst, weil das gehört ja auch dann wieder noch dazu. Wo sind wir nicht bereit, die Grenze zu setzen?

00:19:07: Genau. Ja, wo wir wieder sagen - okay, ich mache es halt, weil sonst bin ich vielleicht allein, sonst verlässt mich wer, sonst mag mich der nimmer, sonst gehöre ich nimmer dazu, eh die typischen Geschichten, was rennen im Hintergrund. Aber eben, wenn ich sage - gut, ich stehe zu mir. Immer wieder meinen Selbstwert dann, wo lehne ich mich ab, meinen eigenen Wert, wo schätze ich mich selbst nicht wert und tue etwas, weil es erwartet wird und wo stehe ich zu mir.

00:19:35: Ja, weil ganz oft ist ja, dass man dann über sich selber drüber geht, wie du gesagt hast,

00:19:45: die erwarten sich ja das von mir, also mache ich es, weil es wird ja erwartet. Wie klein mache ich mich da dabei? Genau.

00:19:56: Ganz, ganz wichtig. Und vielleicht über das einfach einmal reflektieren drüber und mal rein spüren in sich selber, was macht das mit dir? Wie fühlt sich das wirklich an?

00:20:08: Ich kann jetzt nur von mir reden, ich spüre dann oft so einen Druck da, in dem Bereich, oder es wird so eng beim Halschakra. Das ist ja, wie wir schon einmal gesagt haben, die Gebärmutter des Wortes.

00:20:22: Und was sprechen wir da nicht aus? Warum sagen wir da nicht - Nein, Stopp? Genau.

00:20:27: Und das muss man nicht gleich diesen Schritt, dass man gleich das alles anspricht. Es gilt einmal einfach nur,

00:20:36: sich zu beobachten, es zu beobachten, immer öfter zu beobachten. Denn allein, wenn ich das beobachte, merke ich, ah, da stecke ich drin. Und so kann ich mich langsam davon befreien, von dieser Halskrause oder was ich da umhabe.

00:20:51: Ja, es ist wirklich, das war jetzt ein gutes Bild, weil ich habe mir gedacht, als wenn es da zu wäre. Ja, schau, das ist ja eine Last, die man auch trägt. Man sagt ja, dieser Hals gehört ja auch zum Tierkreiszeichen Stier.

00:21:08: Ein Stiernacken. Was wird da oft umgehängt? Was hängt man sich da über den Nacken rüber? Welche Last trägt man? Schultern, welche Last trägt man, was erwartet wird? Es ist alles, es passt sehr gut dazu, aber es passt genau in dieses Thema hinein.

00:21:28: Vielleicht reflektiert einfach ein bisschen und haben wir euch einen Anstoß gegeben, dass man mit Erwartungen ein bisschen anders umgehen kann. Wie kann man wieder aus der Erwartungshaltung heraussteigen?

00:21:42: Wo behindere ich mich selber? Wo lasse ich mich behindern durch so etwas? Blockieren, oder unter Druck setzen? Und wie kann ich damit jetzt tief durchatmen und sagen, okay, gut, das ist jetzt nicht meins, oder da steigen wir jetzt raus aus dieser Tretmühle.

00:22:02: Und werden da jetzt einen anderen Weg einschlagen. Eine Befreiung, einen Befreiungsschritt. Ich wollte gerade sagen, es macht auch frei, es befreit einen. Von den Fesseln.

00:22:14: Von der Fessel der Erwartungen. Ich glaube, wir lassen es, oder? Das war super. Danke, liebe Renate. Danke dir, Andrea, für das tolle Gespräch und viel Spaß beim Zuhören und vor allem beim Reflektieren über die Erwartungen.

00:22:29: Wie geht es euch damit? Dass ihr da wirklich einmal ein bisschen reingeht, in das Ganze. Dann würde ich sagen, tschüss, bis zum nächsten Mal. Ja, danke, tschüss, Baba, Servus.

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