Ep. 25 - Ich nehme an, dass ... | Wenn der Kopf Geschichten erfindet
Shownotes
Wir Menschen wollen verstehen. Wenn wir nicht wissen, warum sich jemand auf eine bestimmte Weise verhält, beginnt unser Kopf oft ganz automatisch, nach einer Erklärung zu suchen. Wir stellen eine Annahme auf – und schon entsteht eine Geschichte.
Doch was wissen wir tatsächlich? Und was denken wir uns nur zusammen?
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum wir so schnell Annahmen über andere Menschen treffen, vorschnelle Schlussfolgerungen ziehen und aus einer Vermutung unsere eigene Wahrheit machen. Wir schauen darauf, wie Wahrnehmung und Interpretation auseinandergehen können, warum wir andere Menschen beurteilen – und was passiert, wenn wir Dinge persönlich nehmen.
Manchmal erzählen wir uns Geschichten, die wir selbst für wahr halten, obwohl wir die tatsächlichen Hintergründe gar nicht kennen.
Eine Einladung zur Selbstreflexion und zu einer einfachen, aber manchmal gar nicht so leichten Frage: Weiß ich das wirklich – oder nehme ich es nur an?
✨ Inhalte der Folge
- Warum wir so schnell Annahmen über andere Menschen treffen
- Wie aus einer Vermutung eine vorschnelle Schlussfolgerung und schließlich eine „Wahrheit“ wird
- Wenn wir Aussagen anderer persönlich nehmen
- Annahmen, Klatsch, Tratsch und Lästern
- Was wir über andere Menschen tatsächlich wissen – und was nicht
- Mit welcher „Energie“ wir unseren Worten einen bestimmten Anstrich geben
💡 Ergänzung
Beim Hinweis zu "Die 3 Siebe des Sokrates" fiel uns spontan nicht das 3. ein - hier im Nachtrag:
- Ist es wahr?
- Ist es gut/nützlich?
- Ist es wichtig?
🙏 Danke
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Webseite: https://www.andreafichtner.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Mir ist aufgefallen, dass der Mensch ein richtiges Verlangen hat, das Verhalten von anderen Menschen zu verstehen.
00:00:09: Weißt du, was ich meine? Das ist so richtig so ein Drang, eine Erklärung zu haben für das, wie sich der verhält. Das ist echt spannend, weil da ist, glaube ich, keiner gefeit von uns, dass er nicht immer nach Erklärungen sucht.
00:00:25: Naja, das wäre interessant, wenn wir uns das jetzt näher anschauen. Ja, schauen wir es an.
00:00:34: Reden wir drüber, den Podcast aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus, ich bin die Andrea und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast, wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden.
00:00:45: Schön, dass du mit dabei bist, wenn wir übers Leben philosophieren, das Menschsein reflektieren, Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten. Also reden wir drüber.
00:00:58: Ja, vielleicht fällt dir das auch auf, Renate, dass wenn dir jemand was erzählt, auch über jemanden anderen. Und da geht es jetzt nicht ums Schlechtreden über jemand anderen oder irgendwie zum Tratschen.
00:01:13: Es geht nur darum, dass man jemandem ganz versucht, neutral etwas zu erzählen. Ich meine, dafür sind wir ja da, dass wir miteinander reden und dass man sich austauschen kann, dass man sich Fragen stellt oder vielleicht mit jemandem so bisschen sich dadurch Impulse holt.
00:01:32: Das ist ein normales soziales Verhalten. Was mir aber auffällt, wobei jetzt wo ich das so sage, das machen ja wir für uns selber auch.
00:01:44: Nämlich, nehmen wir ein kurzes Beispiel. Wenn ich jetzt mit wem rede, telefoniere, völlig egal, und derjenige erzählt mir was von jemandem, vielleicht von einem nahen Familienmitglied, einem Freund, Freundin, und sagt dann - weißt du, der und der hat sich da so verhalten und der hat das gemacht.
00:02:07: Ich vermute, das liegt vielleicht daran, vielleicht weil die gerade Probleme haben oder weil da irgendwas gerade so nicht passt.
00:02:17: Also man nimmt an. Man stellt eine Annahme, genau.
00:02:25: Und das ist, glaube ich, man will verstehen, warum sich derjenige gerade so verhält.
00:02:32: Und wenn ich es nicht weiß, stelle ich diese Annahme.
00:02:38: Genau, da stelle ich die Annahme und dann baue ich mir ja irgendwo eine Geschichte drumherum. Warum das so ist, warum hat sich die Person so verhalten, oder warum macht der das jetzt gerade?
00:02:52: Und plötzlich, das ist ja dann die Schlussfolgerung draus, oder? Naja, du kommst dann zu einem Schluss, ah, das wird wahrscheinlich deswegen so sein. Und deswegen verhält sich der so.
00:03:03: Und fertig. Der baut sich einfach eine Geschichte drum herum. Ja, genau. Ja,
00:03:10: Und so kommen ja diese ganzen Klatsch- und Tratsch-Geschichten auch zustande.
00:03:17: Ja, klar, weil man interpretiert ja selber was rein, man weiß es ja nicht, man nimmt es ja nur an. Und je weiter, dass man das spinnt, umso mehr Energie steckt man da rein, und wird für sich selber eine Geschichte draus, anstatt dass man gleich hingeht zu der Person und die direkt fragt.
00:03:37: Ja genau, das traut man sich ja dann meistens nicht, weil man nicht weiß, wie spricht man den jetzt an. Aber ich glaube wirklich, der Drang dahinter oder der Antrieb ist, weil man es verstehen will mit dem Kopf.
00:03:54: Man braucht für alles eine Erklärung. Und dann sind wir zufrieden. Wir brauchen eine Antwort, so ist es, und dann können wir uns entspannen, so auf die Art, kommt mir vor.
00:04:08: Und wenn wir die Antwort aber nicht im Außen finden, spinnen wir es uns selber im Kopf zusammen. Genau. Und das ist aber schon auch dann, das darf man nicht unterschätzen, wenn wir jetzt solche Annahmen nehmen, auch wenn sie jetzt nur bei uns bleiben ... das sind ja alles Energien, was wir aussenden.
00:04:30: Wenn wir reden, ist es natürlich noch stärker, weil es verstärkt. Das heißt, ich habe irgendwo mal gelesen, dass das fast wie so eine schwarze Magie ist. Okay, das klingt ja interessant.
00:04:43: Weil ja dann jemandem, auf dem der Fokus ist, in der Erzählung oder im Reden, dass dem dann was drüber gestülpt wird. Was ja nicht stimmt. Also das heißt, wie wenn sich da so ein Gebilde formt dann, so ein Wolkengebilde, so ein, ja, und dann schwupp wird es dem drüber gehängt.
00:05:07: Ja,
00:05:10: und wir wissen ja einfach, dass allein schon Gedanken viel machen, von der Energie her und erst dann das gesprochene Wort, was wir ja schon ein paar Mal erwähnt haben.
00:05:20: Genau. Dann kriegt der diese Ladung ja mit. Auch wenn er nicht jetzt da dabei ist. Genau. Aber wir senden diese Energie aus, ja, mit dieser Annahme. Und dann ist ja manchmal, wenn ich die Person dann treffe, dass irgendwie die Energie komisch ist.
00:05:39: Ah, ja, das ist interessant, ja. Jetzt, wo wir darüber reden, fällt mir das selber auf, weil ich mir schon manchmal gedacht habe, komisch, die grüßt mich heut gar nicht.
00:05:52: Vielleicht war sie so in Gedanken und hat mich gar nicht gesehen. Oder habe ich letztes Mal was gemacht, was nicht gepasst hat? Und vielleicht hängt das oft auch damit zusammen, dass man im Vorfeld schon über die Person vielleicht irgendwas gesprochen hat.
00:06:07: Ich meine, wir nehmen uns ja nicht aus. Das ist ja was Normales, gell? Das ist jetzt auch eine Annahme von mir.
00:06:18: Ja,
00:06:21: aber wie gesagt, ich glaube, es geht auch darum, was kreiere ich damit?
00:06:28: Man kann über jemanden sprechen, wenn der jetzt gerade nicht dabei ist, und um das geht es ja, darum mache ich ja Annahmen, weil wenn der einige dabei ist, kommt man ja gar nicht so dazu.
00:06:39: Sprich, wenn man mit über wen anderen spricht, welche Intention ist dahinter? Wenn ich jetzt zum Beispiel mit dir über eine gemeinsame Freundin oder Bekannte spreche, ist es nur, weil ich für mich mir Gedanken mache, weil vielleicht in mir was abgeht, wo ich mir Gedanken über diejenige mache oder vielleicht auch Sorgen.
00:07:02: Oder auch nicht Sorgen, auch wenn man jetzt reflektiert, wir wissen, Sorgen machen ist nichts Gutes, ja, in dem Sinn, bringt dem nichts, aber du weißt, was ich meine, wo man einfach versucht, darüber zu sprechen oder dass man spricht - pass auf,
00:07:18: vielleicht, was können wir tun, damit man diejenige unterstützt oder so. Also man spricht ja mit einer, ich sag mal, guten Intention. Genau, ja.
00:07:31: Ohne, dass ich etwas annehme. Sondern so spüre ich das, so nehme ich das wahr.
00:07:38: Natürlich kann ich dann, wie man so schön sagt, selbst reflektieren, hat es etwas mit mir zu tun? Oder was geschieht da gerade? Oder sehe ich im Umfeld was los ist? Und dann ist es eine gute Geschichte, wenn sich Freunde vielleicht zusammen tun und sagen - pass auf, ok, bilden wir einen energetischen, wohltuenden oder wohlwollenden Raum, damit sich für denjenigen vielleicht dann energetisch was zeigen kann.
00:08:08: Aber da ist ja keine Annahme dahinter. Es geht ja grundsätzlich eigentlich um das, wo ich Geschichten erfinde dazu.
00:08:18: Das ist es ja eigentlich. Ja und vor allem, du hast das auch schon so schön erklärt, wenn ich das fühle, wenn es mehr um das Gefühl geht, ist das ja was anderes, als wenn ich mir da wirklich einen Kopf zerbreche, Gedanken mache drüber und dann so ein Gebilde mache.
00:08:35: Das sind ja zwei Paar Schuhe. Irgendwie spüre ich da, ist irgendwas nicht stimmig. Ich kann es vielleicht nicht einmal benennen. Ich habe nur so ein Gefühl. Natürlich hat es dann auch mit dir was zu tun oder es ist nur eine Wahrnehmung, die man hat, ja.
00:08:51: Aber letztendlich geht es bei diesen ganzen Annahmen, dass man da wirklich achtsam damit umgeht. Kreiere ich hier etwas oder entspricht es auch den Tatsachen? Und es gibt ja da diese "Die drei Siebe" von Sokrates, das weiß man beim Moderieren oder bei so Nachrichten und all diesen Geschichten.
00:09:18: Normalerweise, sagt man. Normalerweise bei Nachrichten. Ja, das würde ich jetzt einmal ...
00:09:24: Also da gibt es eine kurze Geschichte auch darüber, der Sokrates, wann da jemand kommt und will dem was erzählen. Und der sagt - Ist es wahr? Ist es eine gute Nachricht?
00:09:34: Na, was ist das Dritte? Das Dritte fällt mir jetzt absolut nicht ein. Also die 3 Siebe des Sokrates, man kann sie nachlesen. Und im Grunde, wenn überall "Nein" ist, gar nicht darüber reden.
00:09:50: Im Grunde.
00:09:53: Also einfach, ich war nicht dabei, und so, wenn ich über einen anderen Menschen rede, und was annehme, ich bin nicht diese Person, ich stecke nicht in seinem Körper. Genau.
00:10:06: Also das ist auch was. Wir urteilen ja eben sehr oft oder nehmen was an über eine Person und haben aber keine Ahnung, wie es der Person wirklich geht. Ich sage ganz gerne, ich bin nicht in die Schuhe von der Person gegangen.
00:10:20: Kann ich nicht sagen. Ja. Genau. Ja. Und das ist immer ganz wichtig, überhaupt, wenn man dann wirklich in dieses Tratschen geht, ja, und wem anderen vielleicht sogar schlecht macht oder eben - Schau dir die an, wie die sich...
00:10:36: Was auch immer. Das ist Ausrichten. Ausrichten.
00:10:42: Lästern. Oder was auch immer. Ich weiß nicht, was der gerade durchmacht. Man weiß nicht, was der gerade erlebt hat. Oder wenn man - schau, wie der dreinschaut, der wird vielleicht wieder ein schlechtes, daheim ein Problem haben, oder sonst was.
00:11:00: Und das geht ja so schnell.
00:11:04: Kennst eh, weißt eh. Die haben sicher wieder gestritten und darum ist er da und sie daheim oder umgekehrt.
00:11:12: Da ist unser Verstand unglaublich schnell und der Mund oft noch viel schneller. Und das ist einfach, weil wir immer eine Antwort oder eine Erklärung haben wollen, statt einfach etwas neutral stehen zu lassen.
00:11:28: Ich glaube, das hängt auch mit dem zusammen, das haben wir nie gelernt gekriegt.
00:11:35: Wenn man jetzt ein bisschen zurückdenkt, mir hat das nie irgendwer gesagt. Gut, das ist dieses sozialen Verhalten, das finde ich, gehört ja sowieso in die Schulen.
00:11:51: Ja, das gehört unbedingt unterrichtet. Das Soziale Verhalten, ja.
00:11:57: Aber ich denke schon immer, ich kann mich schon erinnern auch, wie wir jung waren, junge Mädels, oder wie wir unterwegs waren, oder später noch. Na, setzen wir uns da her ins Kaffeehaus und schauen einmal die vorbeigehenden Leute. Überhaupt im Sommer.
00:12:10: Dann tun wir ein bisschen ausstallieren. Ausstallieren, das kenne ich nicht.
00:12:17: Also wir haben da einfach ein Spiel draus gemacht, ja, es ist witzig, dass man da wirklich so, dass man sich da so einen Spaß draus macht, ja. Ich glaube, man denkt da auch nicht drüber nach.
00:12:34: In dem Moment denkt man eh nicht drüber nach.
00:12:37: Die Frage ist aber, wie kommt es überhaupt dazu, dass man auf die Idee kommt, sowas zu tun? Und dass das lustig ist, weil es gibt ja andere lustige Sachen auch, was man tun könnte.
00:12:49: Und da, glaube ich, spielt schon
00:12:53: dieses Vergleichen hinein.
00:12:58: Dieses, welcher...
00:13:01: Dieses Vergleichen, bin ich besser, oder schau, da bin ich wieder zufrieden mit mir, ich bin nicht so, ich schau nicht so aus, oder all diese Geschichten. Diese Wertmaßstäbe.
00:13:11: Entschuldige, wenn ich dich unterbreche, aber kann das sein, dass das schon ein großes Thema der Frauen ist?
00:13:18: Wenn ich jetzt so nachdenke ...
00:13:22: eine Männerrunde oder Dings, die machen das eher selten. Echt, weißt du das?
00:13:30: Ja, da brauche ich gerade, wenn ich meinen Mann frage oder was, wenn sie unterwegs waren - Was habt ihr geredet? ... Nix, Spaß haben wir gehabt.
00:13:41: Oder wenn ich frage, wie geht es denen? Was machen sie im Urlaub? So ganz banale Sachen. ...Keine Ahnung ...Ja was habt ihr getan? Nichts, lustig war es.
00:13:51: Und bei uns Frauen? Da habe ich schon oft das Gefühl, da wird viel mehr nachgefragt. Was ist daheim los?
00:14:01: Oder man redet über irgendwen anderen.
00:14:04: Ja, es ist auch diese Neugierde. Aber was will man mit dieser Neugierde? Das ist ja grundsätzlich ja nichts Schlechtes. Nein, grundsätzlich nicht. Aber ich weiß halt, von früher, da ist dann schon oft so ein bisschen ums Lästern auch gegangen.
00:14:20: Das Oberflächliche.
00:14:23: Es ist schon bei vielen Menschen, glaube ich, wenn man dann hört, denen geht es gerade in der Ehe nicht gut oder die haben mit die Kinder Probleme oder was. Ha! Bei uns passt alles.
00:14:35: Eben, das meine ich. Dass man selber besser da steht. Ja, das meine ich, genau. Man sucht für sich eine Rechtfertigung auch, für das wie man selber ist, indem man was findet, was man vielleicht weniger gut darstellen.
00:14:54: Dadurch können wir wieder ein bisschen entspannen.
00:15:00: Da fällt mir schon ein, da fallen schon manchmal, jetzt schon lange nicht mehr, aber früher oft so, ja, also ich nehme mal an, dass das bei denen so und so und so ist. Und da sind wir wieder bei der Annahme.
00:15:13: Wir wissen es ja nicht.
00:15:17: Genau. Eben. Wir wissen es nicht. Ja. Und das finde ich schon interessant, weil ich habe erst heute ein Telefonat geführt mit jemandem und da wurde ganz normal erzählt und dann ... ja, ich nehme an, dass da schon das der Hintergrund ist.
00:15:35: Und ich habe gesagt - Moment, halt, nimm nicht was an, was du gar nicht weißt. Und das passiert so schnell, wie du auch gesagt hast. Das geht so schnell. Wie gesagt, dieser innere Drang, weil der Verstand etwas verstehen will.
00:15:54: Das ist nur für den Verstand. Der will was verstehen, warum etwas so ist, wie es ist. Und dann kreieren wir da irgendwie ein Kopfgebilde. Und eigentlich macht es uns Kopfzerbrechen.
00:16:11: Und wie gesagt, es geht auch in den Raum hinaus, ein Gebilde, was wir einfach nur kreieren und nicht richtig ist. Vielleicht ist es ja auch, dass wir uns selber eine Erklärung geben.
00:16:24: Naja, klar. Für mich ist das eine Befriedigung. Ich habe das jetzt angenommen und denke mir, das ist so und so und so, und hat aber überhaupt nichts mit der Wahrheit zu tun.
00:16:35: Weißt du, was ein bisschen kritischer wird dann noch, wenn du was dann gegen dich annimmst? Also sagen wir so, wenn jemand was sagt, und du nimmst jetzt an - oh, der glaubt ja jetzt, ich bin das oder das.
00:16:54: Das ist gut, ja. Also es wird ja da auch bei sich selber, was da ausgelöst wird, weil man nimmt an, das ist gegen mich gerichtet. Was aber nicht ist. Das passiert ja, weil ich es wiederum, vielleicht was persönlich nehme.
00:17:19: Wenn der jetzt irgendwie sagt, naja, du hast das jetzt nicht gut gemacht, oder nein, das passt so nicht, so wie du es gemacht hast, ja. ... Boah, hab ich jetzt einen Fehler gemacht, was hab ich jetzt wieder falsch gemacht?
00:17:32: Also ich mach mich selber fertig, weil ich erstens einmal nehme ich es persönlich ... ich hab was falsch gemacht. Mach mich fertig. Nehme an, der meint das auch böse. Das ist ja dann die Geschichte - Ah, der meint ... der will mich jetzt sicher nicht mehr.
00:17:48: Das ist die Annahme dann wahrscheinlich. Der mag mich jetzt überhaupt nicht, der kann mich nicht leiden. Ja, zum Beispiel. Oder auch so das, was habe ich falsch gemacht, was habe ich getan?
00:17:59: Das passiert dann auch oft so. Ja, aber eben dann die Schlussfolgerung, der kann mich nicht leiden. Genau.
00:18:06: Ich habe es persönlich genommen. Ich weiß aber nicht, wie es dem gerade geht, der das gesagt hat. Der meint das überhaupt nicht böse, der ist auch gerade vielleicht in einer schlechten Verfassung.
00:18:17: Oder wollte vielleicht auf etwas aufmerksam machen und ich habe es einfach falsch verstanden und darum sind wir da hingekommen. Eben, ja. Und schon bau ich mir selber eine Geschichte, die aber mich wirklich niederdrückt und nicht gut tut.
00:18:36: Na klar, weil das schwächt das ganze System und man fühlt sich auch angegriffen dann. Absolut. Aber einfach, weil ich auch wieder weiter spinne.
00:18:47: Also man spinnt. Ja,
00:18:50: genau. Man spinnt...
00:18:56: Man spinnt sich irgendwas zurecht. Ja, lassen wir es so, zerreden wir es jetzt gar nicht, aber ich glaube, das ist eine Sache,
00:19:05: wo man da wirklich einmal aufpassen darf. Bei gewissen Gesprächen, wie oft nimmt man selber irgendwas an? Oder wie oft hört man das auch, dass jemand anderes das sagt? Oder angenommen, dass...
00:19:21: Genau. Ja, vielleicht beobachtet das einmal jeder bei sich, oder auch bei jemand anderem, wenn er das bemerkt. Das ist interessant, das zu erkennen einmal. Das ist so der erste Schritt, dass man das beobachtet und erkennt.
00:19:36: Und dann, ah, warte, hallo. Ich muss sagen, mir ist jetzt durch das Gespräch einfach auch noch einmal bewusst geworden, dass ich das schon immer wieder mache. Zumindest sage ich ja, ich nehme mal an, dass vielleicht das oder das da vorgefallen ist.
00:19:51: Ja, ja, ja. Keine Ahnung. Und wenn man das schon tut, einfach zu schauen, was für eine Energie ist da dahinter. Weil man kann ja reden, wenn man jedes Wort jetzt auf die Waage legt.
00:20:05: Ja, da kommst du nicht mehr zusammen. Ja, und es geht darum, welchen Aufstrich gebe ich dem Wort? Genau.
00:20:17: Das ist ein gutes Bild. Mit was streiche ich da gerade das Brot auf? Oder welchen Anstrich gebe ich diesem Wort jetzt? Ja. Na gut. Das ist ein gutes Thema. Ich muss mich da selber jetzt wirklich auch ein bisschen mehr wieder beobachten, was das auch anbelangt, weil ich glaube, da sind wir alle nicht gefeit.
00:20:38: Aber einfach, wie gesagt, das nicht zu ernst nehmen, schon auch mit einem Lächeln, aber trotzdem beachten, mit welcher Energie und wo spinne ich mir etwas zusammen, wo ich aber nicht sicher sagen kann, dass das auch so ist.
00:20:51: Genau. Das war jetzt das perfekte Schlusswort, Andrea, danke. Wieder einmal. Wieder einmal, ja, wie meistens. Zum Schluss kommen die besten Worte raus. Ja, das Beste kommt zum Schluss.
00:21:07: Ja, dann sagen wir danke fürs Einschalten, fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ja, tschüss, baba, servus, danke.
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