Ep. 27 - Zufrieden. Aber reicht das?

Shownotes

Was bedeutet es eigentlich, zufrieden zu sein? Und was unterscheidet Zufriedenheit von Glück?

Wir nehmen uns diesmal zwei Begriffe vor, die wir im Alltag ganz selbstverständlich verwenden – und schauen genauer hin: Was verbinden wir persönlich damit? Wo beginnt Zufriedenheit, wo beginnt Glück? Und kann man überhaupt sagen, wann man wirklich glücklich oder zufrieden ist?

Ein Gespräch über große Worte, persönliche Empfindungen und die kleinen und großen Fragen, die dahinterstecken. Vielleicht ist ja auch für dich eine interessante Frage dabei …

✨ Inhalte der Folge

  • Was bedeutet „Ich bin zufrieden“ eigentlich?
  • Zufriedenheit und innerer Frieden – dasselbe oder nicht?
  • Darf man zufrieden sein und trotzdem nach mehr streben?
  • Woran messen wir Glück?
  • „Der glücklichste Tag meines Lebens“ – wirklich?

🙏 Danke

Wenn dir unsere Episode gefallen hat, freuen wir uns über deinen Kommentar und deine Gedanken dazu. Und wenn du glaubst, dass sie auch ein Impuls für andere sein könnte - schick es gerne weiter.

Wir sind auch dankbar, wenn du dir die Zeit nimmst und eine Bewertung hinterlässt.

Gerne kannst du uns deine Themenwünsche bekanntgeben: E-Mail: redmadrueba@gmail.com

Webseite: https://www.andreafichtner.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe mich in letzter Zeit öfters gefragt, bin ich zufrieden mit meinem Leben, weil ich sage oft, zufrieden ist mir zu wenig.

00:00:08: Okay, interessant. Ja, weil mit dem Wort zufrieden, zufrieden sein, Zufriedenheit,

00:00:16: das ist oft auch unterschiedlich beladen, das Wort. Und wird auch unterschiedlich verwendet. Und oftmals vergleicht man es auch mit Glück oder Glücklichsein. Schauen wir uns das einfach einmal an heute, oder?

00:00:30: Unbedingt, ja.

00:00:35: Reden wir drüber, den Podcast aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus, ich bin die Andrea. Und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast, wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden.

00:00:47: Schön, dass du mit dabei bist, wenn wir übers Leben philosophieren, das Menschsein reflektieren, Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten. Also, reden wir drüber!

00:01:00: Ja, weil ich hör ja in meinem Umkreis in letzter Zeit immer - nein, ich bin eigentlich total zufrieden mit meinem Leben und so. Wie geht's dir da? Und da hab ich mir jetzt wirklich, eine zeitlang immer wieder Gedanken gemacht.

00:01:12: Hm, ja, grundsätzlich bin ich schon auch zufrieden mit meinem Leben. Mir geht's gut. Ich hab Kinder, Enkel, es passt alles. Ja, ich bin zufrieden. Und bei mir kommt dann aber immer irgendwie so eine Schwere drauf.

00:01:26: Ich merke schon, wenn ich das "zufrieden" ausspreche, da denke ich mir, ja, ich bin schon zufrieden, es gibt doch mehr.

00:01:37: Interessant, aber was ist das mehr?

00:01:40: Genau, das ist eine gute Frage, was ist das mehr?

00:01:45: Ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es ist, ja, mit der Familie, so wie ich wohne, wie ich lebe, bin ich zufrieden. Ich merke oft, das hört sich jetzt vielleicht ein wenig komisch an oder was, nach mehr strebe.

00:02:01: Da geht es jetzt nicht um finanzielle Reichtümer anhäufen oder sonst irgendwas, sondern für mich persönlich, neue Sachen lernen,

00:02:12: Herausforderungen meistern. Da merke ich, das gehört irgendwie für mich dazu, dass ich sage, okay, ich möchte mehr. Okay, wer sagt, dass wenn man zufrieden ist, dass eine Stopptaste ist?

00:02:31: Ja, spannend. Ja, stimmt. Wer sagt das? Ich glaube, weil man oft auch so hört - ja, man muss zufrieden sein. Weil ja vielleicht anderen geht es schlechter, andere, ja ...

00:02:46: Man macht sich vielleicht so eine Grenze oder nicht eine Grenze, man geht so in dieses schwere Zufriedensein hinein - man muss zufrieden sein, ja, weil man sich mit anderen vergleicht, denen es nicht gut geht, scheinbar.

00:03:07: Aber kennst du das nicht auch? Und wo mache ich das aber dann fest, diese Zufriedenheit, wo es anderen schlechter geht? Warum nehme ich an, dass es anderen schlechter geht?

00:03:18: Ich meine, ja, wenn jemand gerade einen Krieg erlebt oder eine Naturkatastrophe, ja, man muss zufrieden sein, dass mir das nicht passiert. Und da denke ich mir aber dann,

00:03:32: wieso nehme ich das als zufrieden sein? Dass ich ja nicht noch mehr strebe, weil die anderen sind ja ärmer.

00:03:44: Wo label ich diese Menschen? Die sind jetzt Opfer, die sind arm.

00:03:50: Statt, dass ich ihnen sag, die haben jetzt eine Herausforderung zu meistern, das sie vielleicht auch als deren Lebensbestimmung, deren Seelenwesen in irgendeiner Form so gewählt hat.

00:04:06: Ja klar, dass sie einfach durch diese Sachen durchgehen. Genau, weil sie dadurch auch wieder in irgendeiner Form

00:04:14: eine Klärung, eine Reinigung stattfindet vom bisherigen Leben. Wo braucht es hier eine Erneuerung des Lebens?

00:04:23: Und wir tun uns dann einfach nur an dem vergleichen und sagen - man muss ja echt zufrieden sein. Oder auch mit der Krankheit, jemand ist krank. Ich muss echt zufrieden sein, ich habe nichts.

00:04:38: Letztendlich ist aber das nicht eine Zufriedenheit, meiner Meinung nach.

00:04:45: Weil ich halte mich da klein, weil ich denke, ich muss zufrieden sein, strebe, aber wie du sagst, eigentlich hätte ich, täte ich gerne das noch machen und das.

00:04:58: Ja, das ist bei mir auch, ich denke mir dann oft so, ein inneren Drang - boah, das kann es noch nicht gewesen sein. Weißt du, was ich meine? Ja, ja. Ich täte noch gern die Erfahrung machen, das noch machen, oder wieder noch eine Ausbildung vielleicht, keine Ahnung, weil wir haben ja erst 125 verschiedene gemacht.

00:05:22: Für mich gehört einfach immer noch wieder ein bisschen was dazu. Ja, aber das ist ja das Leben.

00:05:30: Es heißt aber oft - ja, bist du nicht zufrieden? Nein, ich bin nicht unzufrieden. Das hat für mich nichts mit zufrieden zu tun, sondern,

00:05:41: ich kann das jetzt gar nicht richtig benennen. Fällt dir da ein Wort dazu, wie man das benennen könnte? Nein, ich glaube, das gehört einfach zu unserem Leben dazu, dass wir uns weiterentwickeln, dass wir Neues lernen, neue Erfahrungen machen, wie auch immer die neuen Erfahrungen ausschauen.

00:06:03: Manche haben eine neue Erfahrung, indem sie etwas Neues lernen, sich eine neue Fähigkeit aneignen, in einen neuen Beruf gehen, ein Kind kriegen, das ist ja auch, ich kann zufrieden sein als Single, und wenn ich dann einen Partner habe, bin ich auch zufrieden.

00:06:24: Wo ich erst mit einer Freundin darüber gesprochen habe, haben wir witzigerweise auch das Thema gehabt. Und da habe ich für mich festgestellt, weißt du, also ich kann schon, weil was heißt Zufriedenheit?

00:06:35: Es hat ja mit Frieden zu tun. So ein innerer Frieden.

00:06:41: Ich bin in Frieden. Und da habe ich gesagt, weißt du,

00:06:47: ich habe in mir immer wieder dann, dass ich erkenne, ich bin in Frieden. Genau weil es darum gegangen ist, in Urlaub zu fliegen oder in Urlaub zu fahren oder so, wo ich mir denke, ich hätte Zeit, ich habe keine Verpflichtungen, ich könnte jederzeit In den Flieger steigen, ins Auto steigen und weg.

00:07:05: Weil dort wäre es schön und dort wäre es schön. Und ich könnte wieder meine Freunde in Ägypten besuchen. Völlig egal.

00:07:11: Könnte ich machen. Aber ich spüre, okay, das wäre schön. Und das passt vielleicht auch zu dem - boah, das wäre schön, was zu machen.

00:07:20: Wenn ich es aber jetzt nicht habe, bin ich trotzdem zufrieden. Ja, genau. Du hast es so schön gesagt vorher. Ich bin auch im Frieden mit mir. Das ist so in mir. Das ist ja auch eine Art von Zufriedensein.

00:07:38: Aber mir gefällt besser noch der Frieden so in mir. Ich bin mit mir, auch im Reinen, kann man ja auch sagen. Es wäre schön, wenn ich das und das und das jetzt machen würde, könnte, aber es muss nicht sein.

00:07:51: Es geht mir nicht ab. Genau. Weißt du, was so witzig ist? Wir haben ja gesagt, bei Zufriedenheit, wenn wir das auch mit Glück irgendwo vergleichen, oder oftmals gleichsetzen...

00:08:04: Oder was ist dann Glück in dem Sinn? Wann ist wer glücklich? Wir sagen ja oft so - wenn das so ist, bin ich einfach glücklich. Aber das kann ich in jedem Moment sein. Wenn ich jetzt vor einem guten Eis sitze, denke ich mir, jetzt bin ich glücklich, jetzt habe ich mein Eis.

00:08:24: Oder so irgendwie. Das ist so dehnbar, der Begriff. Ja, und vor allem, wir machen ja unser Glück oder das Glücklichsein voll oft vom Außen abhängig. Weil ich denke mir schon oft, man kann auch glücklich sein, wenn draußen um mich herum gerade die Welt zusammenbricht, sage ich jetzt einmal unter Anführungszeichen.

00:08:44: Das Glück finde ich hauptsächlich in mir, weil man hört oft, richtig glücklich bin ich erst dann, wenn ich einen Partner habe. Ich habe gerade ein paar Freundinnen, die auf der Suche sind, wieder nach einem Partner.

00:08:59: Da haben wir auch schon ein paar Mal gesprochen. Da bin ich mit der einen auf das gekommen, die hat gesagt, glücklich bin ich schon.

00:09:08: Ich hätte gerne wieder jemanden an meiner Seite, mit dem ich etwas unternehmen kann, reisen kann, aber ich bin trotzdem jetzt glücklich. Das hängt nicht vom Glück ab, aber der Großteil, glaube ich, oder hört man auch aus den Gesprächen, sagen immer - ma, und dann bin ich richtig glücklich. Das du vorher schon gesagt hast.

00:09:26: Wenn das eingetroffen ist, oder wenn ich an dem Ort bin, oder wenn ich jetzt endlich den Partner habe, oder wenn ich endlich ein Kind kriegen darf, dann bin ich glücklich.

00:09:35: Das macht mein Glück perfekt. Genau. Ist das wirklich so? Ja, genau.

00:09:43: Und das ist spannend, wie du richtig gesagt hast, dass wir das eben vom Außen abhängig machen. Wo erlauben wir uns nicht, einfach in uns glücklich zu sein? Und was ist wirklich Glück?

00:09:57: Und zeitweise finde ich die Sprache oder die Wortgebung immer interessant, und ich vergleiche das dann auch gern oft mit der englischen Sprache. Da gibt es oft auch nette Sachen, die da gut passen, und zwar heißt ja Glück auf Englisch Luck, also L-U-C-K geschrieben, und dann gibt es ja auch das Wort Lack, L-A-C-K,

00:10:23: also sehr ähnlich, nur der zweite Buchstabe, der Selbstlaut ausgetauscht. Das eine heißt Glück, das andere heißt Mangel.

00:10:33: Und das finde ich so interessant, wenn man das so anschaut, denkt man, wie nah das beisammen ist.

00:10:45: Wo man sagt, okay, das ist ein Glück, das ist wie so ein - Ja, ich gewinne im Lotto. Das ist Glück. Glückssache. Glück ist sowas, was du vielleicht nicht fassen kannst. Das passiert.

00:11:01: Vielleicht. Wie so ein Schicksal auch.

00:11:05: Und wenn ich das nicht habe, darf ich nicht glücklich sein? Ist das Glück wirklich nur von sowas abhängig? Also der Begriff ist schon sehr groß. Man ist so angewiesen an etwas, was man nicht kontrollieren kann, an das Schicksal.

00:11:24: Aber wie lange hält dann dieses Glücksgefühl an? Genau, und das ist die Krux dann.

00:11:32: Und noch dazu, vielleicht glaube ich nur, dass das Glück ist. Weil was ist, wenn jemand jetzt wirklich die Millionen im Lotto gewinnt? Man sagt, der hat ein Glück, kann aber mit dem gar nicht umgehen.

00:11:46: Wie man schon oft gelesen und gehört hat, dass da das in eine andere Richtung geht und das sehr schnell wieder alles weg sein kann. Genau, der kommt dann total in Stress.

00:11:58: Also wo ist dann das Glücksgefühl?

00:12:03: Ja, es gibt ja auch so Situationen, wo dieses Glücksgefühl auch nur von kurzer Dauer ist jetzt, unter Anführungszeichen, weil ich es eben vom Außen abhängig mache.

00:12:14: Mir fällt da jetzt gerade eine Geschichte ein, die haben wir einmal bei einer Ausbildung gehört, da hat es ja wie die Katrina war da, dieser Wirbelsturm in Amerika, und da haben sie einen Mann interviewt im Fernsehen, der hat wirklich nichts mehr gehabt als seine Unterhose.

00:12:32: Da war alles weg. Haus weg, war alles weg. Die haben ihn dann gefragt, ja, wie es ihm geht und furchtbar. Und der hat gesagt, ich bin glücklich. Ich habe, ich lebe noch und ich habe noch eine Unterhose.

00:12:45: So ungefähr, Wortlaut genau, darf mir jetzt keiner festnageln. Und das ist schon faszinierend. Nach so etwas Tragischem zu behaupten - ich bin glücklich, weil ich lebe noch. Und ich kann wieder von vorn anfangen.

00:13:01: Ja, genau. Das ist super. Ich kriege direkt eine Gänsehaut jetzt, weil es hat mich damals schon so berührt, wo ich mir gedacht habe, man kann das auch aus einer ganz anderen Perspektive einmal sehen,

00:13:16: dass Glücklichsein wirklich total tief im Inneren verankert ist. Ich sage auch immer, glücklich machen kann ich mich nur selber, wenn ich mit mir im Reinen bin, im Frieden bin.

00:13:31: Und ich glaube, dann kriegt das… Also das sind halt meine… Das heißt jetzt nicht, dass jeder das so sehen muss, absolut nicht. Aber vielleicht einmal da schauen,

00:13:42: wie fühlt sich das für jemanden anderen an? Ja, aber spannend, diese Geschichte, das ist eine nette Geschichte. Ich glaube, die Geschichte, die mir da auch immer einfällt, ich glaube, ich habe es schon irgendwann einmal erzählt, von den Bauern.

00:13:56: Also, wo es da diese Geschichte gibt, oder Geschichte, sagen wir, oder Märchen, was auch immer, wie man es erzählt, einfach als Metapher. Der Bauer, der Pferde hat und die Pferde plötzlich ausreißen und die Nachbarn kommen und sagen - du Armer, du hast jetzt ein Unglück und der Bauer sagt, Glück oder Unglück, wer weiß es?

00:14:28: Oder gut oder schlecht, wer weiß es? Nein, ein Pferd war das. Und das Pferd bringt mehrere Pferde plötzlich irgendwann zurück. Und dann kommen die wieder und sagen - hast du ein Glück!

00:14:40: Und er sagt wieder, Glück oder Unglück, wer weiß es. Also, wann bezeichnen wir etwas eben Glück, Unglück und diese Sachen?

00:14:53: Und eben dieses Zufriedensein, um diesen Bogen wieder zu spannen, ich glaube, wie du schon gesagt hast, zu beobachten, welche Energie geb ich dieser Zufriedenheit, wenn ich sage, ich muss zufrieden sein, aber eigentlich, aber eigentlich ... Dann bin ich nicht zufrieden.

00:15:11: Nein, weil durch das "aber", negier ich das ja schon wieder, was ich vorher gesagt habe, dann ist das gar nicht mehr relevant, das passt nicht, das stimmt nicht, dann. Und das hat ja eine Schwere, weil man muss zufrieden sein.

00:15:27: Das hört man nämlich auch öfters, und speziell öfter von älteren Menschen. Ja, ich muss zufrieden sein, weil grundsätzlich geht es mir eh gut. Nein, ich muss schon zufrieden sein, weil ich habe ja nur das und das.

00:15:43: Oder fast nichts. Das merkt man ja, ich weiß nicht, ob das so rüberkommt, wenn ich das so rede, sprich, dass da direkt eine Schwere auf meiner Stimme ist. Ja, ja, na klar, das hört man sofort.

00:15:58: Ich merke das sofort, also da drückt es mich direkt runter - ja, ich muss eigentlich zufrieden sein. Ja. Es ist ganz anders, als wenn man sagt - ja, mir geht es voll gut, also ich bin wirklich zufrieden.

00:16:12: Ja. Wobei, ich verwende das oft dann gar nicht. Nein, ich auch nicht. Ich weiß ja, als Vergleich von dem, wie man es redet oder wie man es spürt, und wo äußere ich das so, man muss zufrieden sein, weil ich das andere nicht haben kann.

00:16:32: Aber wie spürt sich das in dir selber an, wenn man das so sagt, denke ich mir. Weil dann strebe ich ja, dann bin ich trotzdem im Mangel. Aber man muss sich ja schön zufrieden geben, weil anderen geht es irgendwie schlechter, was wir gesagt haben.

00:16:49: Nur wie gesagt, das hilft niemanden, wenn ich jetzt sage, man muss zufrieden sein. Man könnte sich ja fragen, okay, was kann ich jetzt tun noch in meinem Leben, damit ich das nicht so sagen muss.

00:17:02: Weil wo habe ich schon für mich, wo habe ich die Grenze in meinem Leben gesetzt, dass man ja nicht mehr nach mehr streben soll. Es kommt natürlich darauf an, nach was strebe ich.

00:17:13: Natürlich kann es sein, ich will mehr Macht, ich will mehr Geld. Da kommt es eben darauf an, wie sehr gebe ich diese Macht diesen äußeren Dingen, wo wir wieder diesen Bogen spannen.

00:17:25: Statt dass ich sage - ma, ich würde dann, so wie du das gesagt hast, gerne was Neues lernen. Oder bei mir z.B. - ich möchte gerne ein Projekt ins Leben rufen.

00:17:40: Ich weiß aber noch nicht, was damit geschieht oder wie das sein wird. Es ist nur ein inneres Verlangen. Ja, ich weiß genau, was du meinst. Und ich reflektiere mich dann trotzdem immer wieder auch, okay, wenn das nix, weil es kann ja auch nix werden aus dem, dass das wirklich kein Erfolg wird oder nicht angenommen wird oder was auch immer, wie alles mögliche.

00:18:09: Was ist dann? Macht das was mit mir? Bin ich dann traurig, unzufrieden, unglücklich? Und wenn ich das dann dagegen halte und schaue, wenn sich da was verändert, dass mich das nicht mehr zufrieden macht, wenn das nichts wird, na ja, dann muss ich schauen, auf was hänge ich meinen inneren Frieden.

00:18:36: Ich mache mich ja wieder von irgendwas abhängig, weil nur dann, wenn das was wird, wenn das funktioniert, dann bin ich zufrieden, dann bin ich glücklich. Und weißt du, was mir jetzt auch noch einfällt, Renate, zu dem Glücklichsein?

00:18:52: Ich schaue mir trotzdem immer ganz gerne an, diese "Voice of Germany"-Sachen oder "Voice of Kids", weil ich einfach die, ich finde das toll, dass manche Leute sich das trauen oder endlich mal machen und vor allem die Kinder.

00:19:05: Ich finde es einfach genial. Nur,

00:19:07: ich beobachte das, dass viele, wenn sie vorher kurz interviewt werden, bevor sie auf die Bühne gehen, sagen sie - es ist der glücklichste Tag meines Lebens. Und dann denke ich mir, nein, nein, bitte nicht.

00:19:26: Wieso stempelst du das als den glücklichsten Tag deines Lebens ab? Und wie oft machen wir das, wenn wir sagen, bei einer Hochzeit, wenn man heiratet, das ist der glücklichste Tag meines Lebens.

00:19:36: Das heißt, es gibt keinen glücklichen Tag mehr in deinem Leben, oder weniger glücklichen Tag. Wo stempelst du das schon als dn glücklichsten Tag deines Lebens ab? Ja, weil das ist ja ein unglaublich großer Begriff, aber das hört man voll oft.

00:19:51: Schon, gell? Bei Hochzeiten, oder auch bei Geburten von Kindern.

00:19:58: Natürlich ist es ein unfassbares Glück und wunderschön, aber wer sagt das, wie du es schon ... des Lebens. Der glücklichste Tag meines Lebens. Ich kann natürlich, wenn ich das schon sagen will, dann sage ich - meines bisherigen Lebens.

00:20:14: Genau, das ist eine super Alternative dazu. Also das ist eigentlich keine Alternative, das ist eigentlich... Es ist so. Das ist so, ja. Weil ich weiß ja nicht, was noch kommt.

00:20:24: Ja, genau. Wie viele so tolle, glückliche Tage und Erlebnisse, dass noch kommen dürfen. Genau. Ja, und jetzt höre ich schon manche reden - ja, aber das sagt man ja nur so.

00:20:35: Nein, man sagt es nicht so. Jedenfalls sind wir wieder bei der Energie von den Worten. Ja, das darf man echt nicht unterschätzen. Und noch dazu, wenn ich sage, der glücklichste Tag meines Lebens, was vergleiche ich alles mit dem?

00:20:53: Mit diesem Gefühl des Glücklichseins? Und wenn das dann dem nicht entspricht, bin ich nicht mehr glücklich?

00:21:02: An was vergleiche ich das? Wir sind Vergleichsmenschen und der Verstand vergleicht einfach. Und sobald ich immer irgendwie dann weitergehe, dann vergleiche ich, das ist aber jetzt nicht das Gefühl, was ich damals gehabt habe.

00:21:18: Und so be-schwert man sich oder so setzt man sich irgendwelche Grenzen oder irgendwelchen Rahmen,

00:21:32: den es dann, wo wir dann nicht mehr frei sind, diesen Rahmen auch zu erweitern, oder einfach frei zu sein. Das ist dann auch so wie in Stein gemeißelt ist, einfach so starr, da bewegt sich ja nichts mehr.

00:21:46: Also ich glaube, dass das innerlich schon ein komisches Gefühl auslösen würde, wenn man das so sagt. Ja, hast du noch was zu dem Thema, kurz was? Ich glaube, was wir vorher gesprochen haben, also bevor wir aufgenommen haben, hast du das ganz toll angesprochen.

00:22:05: Wenn wir darüber reden, das sind ja unsere Anschauungen. Wir empfinden das so oder sehen das so. Das heißt ja nicht, dass das allgemein richtig ist. Genau, danke Renate.

00:22:18: Weil ich mir auch gedacht habe, man kann alle Themen, zum Beispiel Glück, Zufriedenheit. Man kann in Büchern drüber lesen, was jemand schreibt. Was ist Glück? Was ist Zufriedenheit?

00:22:30: Wann bist du glücklich? Wann bist du zufrieden? Was kannst du dafür tun? Und so weiter. Es gibt ja da wirklich, dem sind keine Grenzen gesetzt, dass man selber sich da schlau macht, was es ist.

00:22:42: Und auch wir, wenn wir drüber reden, genau, sagen das auch. Aber wir sagen nicht, dass es das ist. Genau ja. Und ich glaube das kann auch keiner wirklich sagen, dass es das oder das ist. Das ist jedem seine eigene ... die Bedeutung, die ich dem gebe und ich glaube, die Wahrnehmung, wie fühle ich das? Das kann ganz was anderes sein, als wie du das fühlst oder wer auch immer. Das ist klar. Wirklich auf das achten einfach wie fühlt sich das für mich an?

00:23:20: Genau. Nur weil die zwei "Gescheiten" da uns von Glück und Zufriedenheit erzählen, heißt das nicht, dass es für jeden gleich ist. Ja, genau. Oder auch wenn ich ein Buch lese - der sagt das.

00:23:32: Wer sagt aber, dass das das Glück ist und Zufriedenheit oder wie man das erlangt. Und da gilt es auch immer wieder achtsam zu sein, sondern das nur als Impuls, Inspiration zu nehmen. Und wir sind ja die Fans, ich glaube, da spreche ich auch in deinem Namen, die Fans von der Energie dahinter.

00:23:54: Ja, genau. Denn das ist es, glaube ich. Die Energie dahinter, die wir diesen Worten geben und wo wir uns von etwas außen abhängig machen, egal bei was, ja ...

00:24:09: Wie es sich in uns anfühlt, wenn wir was nicht haben und so weiter, also wirklich nur in sich hinein zu spüren.

00:24:18: Das ist wirklich eine Intention von uns, dass wir euch das näher bringen, wirklich wieder mehr auf das eigene zu hören und rein fühlen, rein spüren, okay, ist das für mich überhaupt stimmig.

00:24:33: Zum Beispiel auch, was die Andrea und Renate da faseln. Kann ich mich mit dem identifizieren? Oder ist das für mich kompletter Humbug oder was auch immer? Es ist ja alles in Ordnung.

00:24:47: Genau. Wir wollen einfach nur, genau, das ist so ein Aspekt, den ich reinbringen wollte, zu sagen, es gibt im Grunde Wahrheiten, so viele Wahrheiten, wie es Menschen auf der Welt gibt.

00:25:00: Und das ist das, worüber wir reden, das, worüber wir schon so viel Selbstreflexion gemacht haben, auch gelernt haben. Aber das nicht als eins zu eins übernehmen, sondern mit uns selbst auch immer dann arbeiten, sich selbst in Frage zu stellen, sich selbst zu reflektieren und eben die Energie dahinter zu beobachten, wie spürt es sich an.

00:25:21: Und deswegen geben wir das einfach von dem, wie es wir erfahren haben, wie es wir in unserem Leben wahrnehmen, weiter, weil es einfach auch nur eine Inspiration für andere vielleicht sein kann.

00:25:35: Voll super schön, gesagt jetzt noch. Danke, liebe Andrea, das war jetzt ein perfekter Abschluss und euch viel Freude beim Hören und dann bis zum nächsten Mal. Tschüss.

00:25:48: Ja, danke liebe Renate, danke euch. Tschüss, Baba, Servus.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.