Ep. 30 - Miteinander reden - warum ist das manchmal so schwer?
Shownotes
Wir reden ständig miteinander. Sobald es Differenzen gibt, wird es schon schwieriger.
Gerade mit Menschen, die uns nahestehen, wird oft ein klärendes Gespräch vermieden. Dann gibt es Situationen, wo man sogar auf Abstand geht, ohne etwas anzusprechen.
Was macht es so schwierig, sich darüber auszutauschen? Etwas zu klären?
✨ Inhalte der Folge:
- Was passiert, wenn zwischen zwei Menschen etwas im Raum steht?
- Warum gehen wir auf Distanz, statt darüber zu reden?
- Wenn Dinge angesprochen werden, die wir lieber nicht hören wollen.
- Ansprechen von Problemen in Beziehungen.
- Wer sind wir, wenn wir getriggert werden?
- Was bleibt, wenn etwas unausgesprochen ist?
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Webseite: https://www.andreafichtner.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn zwischenmenschlich gerade etwas nicht so passt, egal ob zwischen Freunden, Familie, Beziehungen, jeder Art, oder wenn einfach irgendwas im Raum steht oder wenn irgendwer ein Thema hat oder ein Problem hat, was macht es so schwierig oft, miteinander darüber zu sprechen?
00:00:18: Ja, das ist ein sehr spannendes Thema, weil das fällt einem ja selber auch immer wieder auf. Ja, ich würde sagen, wir reden darüber heute.
00:00:30: Reden wir drüber, den Podcast aus dem Leben, übers Leben und fürs Leben. Hallo und Servus, ich bin die Andrea und ich bin die Renate. Willkommen bei unserem Podcast, wo Lebensfragen zu Seelenfutter werden, schön, dass du mit dabei bist, wenn wir übers Leben philosophieren, das Menschsein reflektieren, Fragen stellen und die Themen ganzheitlich betrachten.
00:00:50: Also, reden wir drüber.
00:00:55: Das ist ja wirklich ein spannendes Thema und ich glaube, dass es vielen oft auch so geht. Und hast du da vielleicht gerade ein konkretes Beispiel dafür, wo man sie vielleicht auch wiederfinden kann?
00:01:06: Na ja, ich glaube, da kann man sie ja immer drin finden, jeder auf eine gewisse Art und Weise.
00:01:15: Ich sage mal,
00:01:18: gerade wenn Menschen befreundet sind, da ist ja oftmals so eine Gratwanderung bei Freunden. Wenn man dann irgendwie außerhalb des normalen Miteinanders vielleicht sagt, okay, pass auf, jetzt unternehmen wir das.
00:01:39: Oder wie oft haben wir zwei gesagt, wir sind jetzt schon lange befreundet, wir haben oft schon gesagt, gemeinsam auf Urlaub fahren können wir nicht, wir sind so unterschiedlich. Ja, haben wir auch schon oft gesagt, ja.
00:01:53: Weil einfach jeder, mir macht das Spaß, das Spaß. Also okay, wenn man merkt, es passt nicht, dann macht man es halt nicht, was aber unserer Freundschaft keinen Abbruch getan hat, sondern Freundschaft beruht ja nicht auf dem genau, was man tut.
00:02:10: Genau, weil nicht, dass man ständig alles gemeinsam machen muss, wie gemeinsam auf Urlaub waren, immer wieder ständig zusammen sein, weil das ist ja dann oft so. Ja, genau.
00:02:23: Und das aber dann auch anzusprechen und zu sagen, pass auf, okay, das passt gerade nicht so, oder dass man sagt, gut, wo macht man Kompromisse, aber dann sagen, okay, das war's nicht, aber das tut dem keinen Abbruch.
00:02:41: Und oftmals bemerkt man vielleicht, dass wenn irgendwo vielleicht so Spannungen entstehen zwischenmenschlich, man da oft dann, wie jemand entweder auf Distanz geht oder emotional wird.
00:02:59: Und ich weiß nicht, ob ich nicht schon einmal darüber gesprochen habe, ich glaube in einem anfänglichen Podcast war sowas ähnliches. Und zwar, auch wenn man in Beziehungen ist,
00:03:12: gerade so Streitgespräche vielleicht, oder wenn was emotional ist, wenn wer getriggert wird in irgendwas. Der eine sagt was, und das ist ja nichts anderes.
00:03:24: Der eine sagt was, dann kommt man schnell in einen unbewussten, da kommt unbewusst einfach was hoch, aus irgendeiner, das sind verborgene Verletzungen, das sind unerfüllte Bedürfnisse, meistens aus der Kindheit heraus, die einfach nur warten, dass sie hochkommen und explodieren können, dass sie gesehen werden.
00:03:48: Ja, es geht ja da oft darum, dass man das Gefühl hat, man wird nicht gesehen. Dieses nicht gesehen werden. Und auch nicht gehört werden. Nicht gehört werden, ja genau.
00:04:01: Und wenn das der Fall ist und der andere geht dann auch in das, das heißt, es streiten dann oder es sind dann im Konflikt zwei Kinder,
00:04:12: zwei verletzte Kinder. Ja,
00:04:15: das ist auch ein schönes Bild, weil da ist mir jetzt gerade bewusst worden, speziell wenn man dann wirklich in Streit kommt, in einen Konflikt reinkommt, man benimmt sich dann oft auch wie ein Kind.
00:04:25: Oft sagt man, das ist doch ein Kindergarten. Ja.
00:04:31: Und das ist ja oftmals, wenn man da drinnen bleibt, erstens man beschuldigt den anderen, macht den Vorwürfe. Da kann man ja gar nicht reflektieren, da bist du nicht in der Ebene, da kommt einfach das Kind hoch.
00:04:52: Erstens ist es gut, das zu bemerken, aber das ist die Kunst oder einfach das Training im Leben, dass man lernt, oh, da steigt was hoch in mir, dass man sagt, ok, pass auf, stopp, einmal auf Distanz gehen,
00:05:12: jeder geht in sein Zimmer, beruhigt's euch, so auf die Art, diese zwei Versionen von einem, beruhigt's euch einmal, schaut euch das an, was da hochkommt und dann schauen, ok, um was geht es jetzt eigentlich?
00:05:27: Genau, weil was ist es wirklich?
00:05:30: Es ist ja auch ganz oft, dass der Inhalt selber das gar nicht so, sondern oft auch dieses Gefühl dahinter.
00:05:39: Genau, ja. Und das ist aber das, was oftmals natürlich diese, wieder die neue Art Verletzung oder vielleicht diesen Schmerz auslöst, obwohl es eigentlich in dem Fall was Gutes ist, weil es etwas hochbringt, was ja in einem wirklich so fast verborgen ist und eigentlich nur wartet darauf, dass jetzt endlich, jetzt kann ich raus, dieses verletzte Kind und jetzt sieht mich jetzt wenigstens wer, so auf die Art.
00:06:11: Und das dann nicht wieder runterzudrücken und sagen - ma, ich war jetzt blöd oder nein, ich bin ja gescheiter, sondern auch zu sehen, halt, da ist ja was da. Da ist ja innerlich so eine Verletzung da und um die darf ich mich jetzt kümmern.
00:06:27: Ich. Aber der andere hat damit nichts zu tun. Wir haben nur füreinander etwas ausgelöst, was jetzt von mir gesehen werden kann, anerkannt werden, weil jetzt darf ich das in den Arm nehmen, diese Verletzung und sagen, okay, gut ...
00:06:50: Und dann einfach selber in einen eigenen Dialog gehen, in einen inneren vielleicht, und das für sich zu reflektieren, und dann aus einer Ruhe, aus einem inneren Frieden heraus oder aus einem, wo sich das Ganze beruhigt hat, ohne dass ich es unterdrücke, dass ich dann in Dialog gehe miteinander.
00:07:16: Ja, aber wie oft ist es dann auch, dass wer sagt, mit dir will ich nicht mehr befreundet sein, oder wie kannst du das sagen zu mir?
00:07:25: Die sich dann eher distanzieren, wenn man zum Beispiel sagt, du hast vorher, bevor wir angefangen haben, wie wir auf das Thema gekommen sein, da hast du erwähnt, dass du mal zu jemandem gesagt hast, du erzählst mir immer die gleichen Probleme.
00:07:42: Und die war dann total entsetzt. Ja,
00:07:46: genau. Die hat dann einfach gesagt, das sagt eine Freundin nicht. Und ich kenne die Situation auch mit jemand anderem, dem ich das auch gesagt habe. Das war damals der Arbeitskollege.
00:08:05: Und ich habe gesagt, du erzählst mir immer wieder das Gleiche, ja? Und er hat gesagt, ah ja, ah, ah ja. Der aber, wo ich gewusst habe, der arbeitet selber an sich oder geht auch mit anderen Leuten so um.
00:08:22: Und da denke ich mir, da gibt es einen Unterschied. Die eine,
00:08:27: da ist die Verletzung da, vermutlich, denn wenn man so sagt,
00:08:40: wenn man das nochmal so reflektiert eben diese Situation,
00:08:45: dann ist es ja eigentlich so, dass wenn jemand sagt, du erzählst mir immer dasselbe, dann hört man ja sogar zu, nämlich wirklich zu. Genau. Und ich denke mal, ich bin froh, wenn mir meine Freundin, wenn sie mich auf das aufmerksam macht, weil es ist ja wirklich oft so, es ist uns selber gar nicht bewusst, dass man in dieser Dauerschleife drinnen hängt.
00:09:07: Und das kann ja auch dann wirklich, ah stimmt, wie der eine Arbeitskollege von dir, das dann, ja genau. Ja.
00:09:17: Man macht es ja oft unbewusst, dass man immer wieder das Gleiche erzählt. Genau. Und wenn man aber dann nicht dieses Feedback annehmen kann, sondern das als - das macht eine Freundin nicht, aber genau das macht eine Freundin, weil die hört ja dann zu.
00:09:37: Weil sonst könnten wir ja sagen, okay, ich lass sie halt einfach reden, ist ja wurscht. Genau, da rein und da raus. Ja, weil das nächste Mal wird es eh wieder das Gleiche sein.
00:09:46: Und ich denke mir, von einer Freundin erwarte ich mir, sage ich jetzt mal unter Anführungszeichen, weil Erwartung ist auch so eine Geschichte. Aber ich bin doch dankbar und froh, wenn sie mich auf das aufmerksam macht.
00:09:59: Für das sind doch Freunde da, die sagen, du möchtest dir das nicht einmal anschauen, oder du erzählst jedes Mal, wenn wir zusammenkommen, das Gleiche. Da ändert sich ja nichts.
00:10:08: Genau. Ja, das ist ja sehr wertvoll.
00:10:12: Genau, das finde ich auch sehr wertvoll, in dem Fall. Aber dann denke ich mir, gut, je nachdem, wahrscheinlich in welchem Stadium man ist. Ich meine, wenn sie mir gesagt hätte, du,
00:10:24: die hat mir das ja gar nicht so wirklich direkt oft dann gesagt in dem Moment, ja, das kam dann nur schriftlich. Okay. Per Mail.
00:10:34: Aber dann denke ich mir, gut, interessant, aber wie gesagt, so etwas braucht man dann nicht. Genau.
00:10:42: Und es ist aber nicht so, dass man da drüber steht. Ich erkenne ja, ich sehe das selbst auch, wenn mir jemand vielleicht etwas sagt - Hey, pass auf, ich mache das mit dir, und dann, nein, ich mache das jetzt doch nicht.
00:11:02: Oder so, sich anders entscheidet. Wo ich mir dann denk, na geh jetzt, wieso macht sie das jetzt mit mir nicht? Da merkt man oft so richtig, da kommt in mir auch so eine Verletzung hoch.
00:11:14: Da kommt ja emotional was hoch.
00:11:18: Und man fällt dann vielleicht leicht in ein Beleidigtsein rein. Und das ist das, was diese Verletzung oder dieses unbefriedigte Bedürfnis, eben dieses beachtet zu werden, oder man hat vielleicht irgendwann einmal diese Anerkennung oder diese Wertschätzung gebraucht, oder dieses Gefühl, man möchte mit dir gerne was unternehmen oder so, dann aber nicht, zum Beispiel.
00:11:49: Und wenn man das wirklich beobachtet, was da rauskommt, und wenn man da aber gleich zulässt, dass diese Emotion rauskommt, passieren ja eben, wo wir eingangs schon gesprochen haben drüber, diese Verletzung eigentlich.
00:12:02: Und wenn da beide nicht versuchen, drüberzustehen oder versuchen, Moment, machen wir Stopptaste, gehen wir mal raus,
00:12:11: und dann können wir noch einmal darüber reden, nicht in einem Angriff, sondern einfach, was da abgegangen ist.
00:12:21: Und ich glaube, weißt du, was mir da jetzt einfällt, gerade wenn so emotional etwas ist,
00:12:27: dass es oft ganz wichtig ist, dem Gegenüber zu sagen - pass auf, wenn da jetzt so was ist, so eine Emotion hochkommt, das ist nicht ein Angriff gegenüber dir, wenn jemand noch nicht so vielleicht mit solchen Sachen arbeitet.
00:12:47: Also pass auf, wenn irgendwas in mir hochkommt, es ist kein Angriff gegen dich, das kommt hoch, das mag vielleicht jetzt befremdlich sein, aber das einfach nicht persönlich zu nehmen, sondern da kommt einfach nur was in mir hoch und das darf ich mir ansehen.
00:13:05: Und das war jetzt ganz wichtig, finde ich, dieses Nicht-Persönlich-Nehmen, weil wie oft nehmen wir Sachen persönlich, die aber gar nichts mit einem selber zu tun haben?
00:13:17: Und das ist, ich trau mich fast sagen, zu 99 Prozent so. Ja, absolut, dieses Persönlich-Nehmen.
00:13:27: Weil genau, wenn jemand was sagt, ist das meins, ist das mein Innerstes. Der andere ist einfach nur jetzt mein Erfüllungsgehilfe, dass da was an Erscheinung treten darf.
00:13:47: Das ist ja auch oft wie ein Spiegel.
00:13:52: Der Spiegel ist dann, wenn ich bei dem etwas bemerke, was mir nicht taugt, oder meins ist. Aber wenn ich jetzt sage, wieso tust du so, wieso bist du so, wieso machst du das mit mir, Ja?
00:14:08: Ja, stimmt. Verletzt du mich? Ja?
00:14:13: Oder du bist ja irgendwie, was auch immer, also einfach jemanden
00:14:18: Angriffe zu geben.
00:14:22: Das ist ja mein Innerstes. Der kommt ja dadurch zustande. Genau, weil ich kenne das einmal, da habe ich irgendjemanden gesagt, warum verletzt du mich? Gerade zwischen Partnerschaften ist das oft so.
00:14:34: Warum verletzt du mich so? Und wenn dann zurück kommt - schau mal, wo du dich selber verletzt. Also das ist eine Erfüllungsgehilfe, der einfach erkennt, wo verletze ich mich, wenn ich über meine Grenzen gehe.
00:14:48: Verletze ich mich selber. Wenn ich Sachen zulasse, die mir nicht gut tun. Genau, die mir nicht gut tun, die mir nicht entsprechen, und ich mach es halt, na ja, dass ich vielleicht lieb und nett bin, oder nicht anecke oder aus welchen Gründen dann auch immer, aber meistens ist ja das, man will ja keinen Streit haben, man will was vermeiden, also geht man über seine Grenzen drüber und verletzt sich selber.
00:15:15: Dann gibt es halt Situationen, wo das so brodelt in einem und dann reicht oft ein Wort, oder ... Und dann sagt man, warum verletzt du mich?
00:15:30: Wo es dann eben in diesen Angriff und Streit geht. Wie soll da was Konstruktives entstehen daraus?
00:15:39: Und vor allem, wenn dann tatsächlich der Kontakt auch noch abgebrochen wird.
00:15:45: Das finde ich oft voll krass dann. Ja, nämlich oft, also da war das so, dass das halt ausgesprochen wurde und wo man dann selber, ah Moment, ja, wenn man sagt, okay, ich schaue mir das bei mir selbst an. Aber auch, wo werfe ich wem anderen was vor, was ich vielleicht selbst nicht tue oder tue, unterlass oder ja ...
00:16:08: Und wie du sagst, ja, wo gehe ich vielleicht sogar auf Distanz, wenn ich etwas nicht ansprechen will, was mir nicht taugt,
00:16:19: und mache halt eine Entfernung und denke mir, okay, will ich nicht mehr, dann ist es schade, weil es ist in sich selbst nicht geheilt, meiner Meinung nach.
00:16:35: Nein, natürlich nicht. Und wenn wieder dann irgendwann einmal eine ähnliche Situation mit jemand anderen kommt, dann stehe ich ja wieder genau vor dem Gleichen, weil ich es einfach noch nicht gelöst habe.
00:16:47: Genau. Anstatt, dass man wirklich sagt, da war eine Situation, die ich gerne angesprochen hätte,
00:16:56: wo stehen wir gerade? Ja, und das geht aber, glaube ich, nur, wenn man nicht nur beim anderen die Schuld sieht.
00:17:05: Ja, es heißt ja nicht umsonst, es gehören immer zwei dazu, oder da gibt es so dieses Sprichwort - Ein Bock allein stößt nicht.
00:17:16: Und das ist wichtig.
00:17:19: Das braucht eine Kommunikation, die nur von sich gibt, wie ich es wahrgenommen habe, was ich gefühlt habe, was aber meins ist, wo man sagt, okay gut, oder so passt es halt nicht in dieser Konstellation, oder so schon, was aber nicht heißt, dass man dann die ganze Beziehung auf den Mist wirft.
00:17:51: Es ist ja schade drum.
00:17:54: Wenn da irgendwas, wo man sich ewig gut verstanden hat, und dann gibt es irgendwas, oft sind es nämlich nur Kleinigkeiten. Und es wird nicht, sondern der eine distanziert sich, oder vielleicht auch beide, kann ja auch sein.
00:18:09: Ich will nichts mehr zum tun haben, ich will nicht mehr reden, statt dass man sich das ausredet. Weil unterschwellig, glaube ich, schwingt das trotzdem immer mit. Ja, auf jeden Fall.
00:18:22: Das glaube ich auch. Es wurde ja nichts gelöst. Ja, oder sagen wir so, vielleicht hätte es gar nichts zum Lösen gebraucht, das passt halt einfach nicht, aber das heißt ja nicht, dass nicht das andere passt.
00:18:35: Also es kommt immer darauf an, wenn nichts Schlimmes passiert, muss ich auch nichts groß ausreden, dann sage ich einfach, das hat halt nicht gepasst. Genau, es hat halt nicht gepasst, fertig.
00:18:47: Oder natürlich sagt man das, wenn man erwachsen ist, kann man das sagen, aber wenn man so ganz
00:18:54: festhält an einer eigenen Meinung, an einer eigenen - das ist so, das habe ich so wahrgenommen und so ist es, statt überhaupt auch dahinter zu schauen, wo halte ich an einer Sichtweise fest, oder wo halt ich an der Wahrheit fest, oder was ich glaube, was meine Wahrheit ist, oder was so ist, weil wir wissen nicht, in welcher Situation ein anderer steckt, wie es dem geht, und dem dann was vorzuwerfen, klar, ist oft vielleicht ein Verhalten nicht optimal.
00:19:32: Das ist überhaupt kein Thema. Kann man, wie du sagst, aussprechen, ansprechen, aber nicht aus der Verletzung heraus, wenn man selber verletzt ist, weil dann hat man ja auch irgendetwas damit zu tun.
00:19:43: Wo ist das Thema, ja? Und deshalb um das Ganze zu schauen. Dann komme ich auch auf keinen Punkt nicht oder zu einer Lösung, oder dass man sagt,
00:19:51: na ja, so habe ich es ja noch gar nicht gesehen. Zum Beispiel.
00:19:55: Und das ist halt schade, wenn das gerade auch bei Freunden passiert,
00:20:00: weil dafür sind wir ja da, wir sind ja untereinander im Grunde, von Menschen her da, um uns etwas zu triggern, damit wir heilen können, damit wir etwas, was uns aus der Unterwelt heraus ständig, was vielleicht wartet, brodelt und uns irgendwie beeinflusst, in Handlungen, im Miteinander gerade,
00:20:27: unterschwellig beeinflusst, wo wir uns ja alle so gern diese Freude oder diese liebevollen Beziehungen wünschen. Aber das geht nur, und das gehört da dazu, dass man solche Sachen auch herausbringt und diese damit auch gemeinsam heilt.
00:20:45: Und nicht, das nützt, um das bin ich, das darf so nicht sein, sondern zu schauen, Moment, was darf ich da selbst heilen.
00:20:55: Aber es ist natürlich dann auch nicht so bequem, dann dahin zu schauen, was in mir selber das, was das war oder was das ist. Warum reagiere ich da so? Wo kommt die Verletzung her?
00:21:12: Und das ist ja oft bei diesen, ich weiß das sogar noch in der Schulzeit, wo man sich denkt, meine Freundin spricht da mit denen viel mehr als mit mir, mag sie mich nicht mehr.
00:21:21: Also ich kenne solche Situationen, das geht tief. Und darum ist es so wichtig, an sich selbst zu arbeiten, an den eigenen Selbstwert, an dem Selbstbewusstsein, was man natürlich nicht wie einen Schalter umlegen kann und jetzt weiß ich um meinen Selbstwert, nein, das wird einem immer wieder in irgendeiner Form begegnen, das ist das Leben, dafür sind wir auch füreinander da, um solche Sachen zum Vorschein zu bringen.
00:21:46: Und sich aber dann nicht mit dem, was da zum Vorschein kommt - zu sagen, so bin ich halt. Nein, was will da gesehen werden und was versuche ich selber zu unterdrücken, was will ich nicht wahrhaben, sondern es ist so, da ist vielleicht Eifersucht da, was ist z.B.
00:22:03: Eifersucht, Neid und all diese Themen, die uns ja im Zwischenmenschlichen voll beeinflussen. Ja, und vor allem dieser Ausspruch - Ja, so bin ich halt.
00:22:14: Ja. Jetzt? Jetzt, genau. Willst du so bleiben? Also ich will nicht so bleiben, dass mir ständig vielleicht solche Gefühle hochkommen, sondern ich will mir die ausschauen, was steckt dahinter eigentlich tatsächlich?
00:22:28: Ja, und das ist auch eine Reise zu dir selbst, in dein Innerstes, auch zu deinem verletzten kleinen Kind, die was, glaube ich, nie endet.
00:22:43: Wir haben ja, jeder einzelne, ganz viele kleine Verletzungen von der Kindheit, von der Jugend. Und es kommen ja immer wieder welche dazu, egal wie bewusst wir sind und wie viel Bewusstseinsarbeit wir machen.
00:22:57: Das darf sein. Und da bin ich doch dankbar, wenn ich Freunde und Freundinnen habe, die mich darauf aufmerksam machen, wenn ich ewig immer in der gleichen Wunde herum bohre, das Problem wird immer größer und größer, weil es verändert sich ja nicht, indem ich darüber rede, sondern ich muss es mir anschauen.
00:23:17: Und wenn mir dann eine Freundin sagt, du erzählst mir immer das Gleiche, möchtest du nicht einmal genauer hinschauen, oder dass man da munter wird, vielleicht sagt, ah ja, genau, stimmt.
00:23:26: Ja,
00:23:28: du hast das jetzt schön zusammengefasst zum Schluss. Aber wie gesagt, es geht nicht nur um die Freunde, sondern zu schauen, wie können wir miteinander respektvoll, anerkennend der Beziehung, die man grundsätzlich hat, umgehen, mit Geschehnissen miteinander diese aufzulösen und auf das neu ins nächste Level zu gehen und aufzubauen.
00:23:54: Ja, was darf sich da verändern? Ja, und es bringt ja auch eine total schöne Erleichterung. Vielen Dank, liebe Renate. Ich danke dir, Andrea. Danke euch fürs Zuhören wieder und bis zum nächsten Mal.
00:24:09: Pfiat euch. Tschüss. Tschüss, Baba. Servus.
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